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                                   Fabelhaft * 27.5.2019
                                                                                     
FN: "Galleria's Fürst Belissimo"

    Fürst Romancier SF.*2004
  For Romance Old.*2009  
    Gesina Hann.*2005
Fürst Samarant Hann.*2010    
    Fürst Nymphenburg Hann.*2011
  Finale Hann.*2011  
    Sinfonie Hann.*2006
     
    Beltain Hann. *1984
  Belissimo Rheinld. *1999  
    Roxa Rheinld. * 1980
Bravo Hann.*2009    
    Fidermark Westf. *1992
  Fabrice Rheinld. *98  
  Leistungsstute FN Abt.C
Nachkommenerfolge
Feodora Rheinl. *92
     
    Hann. Stamm Nr. 367 nach Schridde
Riccione, Marmor, Bogenschütze u.a.

                   
                     


 

Sieger- und Endringfohlen Fohlenschau Wettringen 23.6.2019 
Gekört und HLP geprüft > 8,05! 50TT Adelheidsdorf 19.11.2022
Juli 2023 erste Reitpferdeprüfung 8,1 Platz 2
November 2023 erste Dressurpferdeprüfung Wickrath 9,0 Platz 1
April 2024 Dressurpferde L gewonnen 8,14
Mai 2024 qualifiziert zum Bundeschampionat 5jrg Dressurpferde

Mutterstamm:
Bravo (Bunny): 5 und 6-jährig Dressurpferdeprüfungen A, L und M gewonnen, darunter Bundeschampionatssichtung.
Eintragungsnoten in das Hannoversche Hauptstutbuch Gesamtnote "8".
Bravo ist Vollschwester zu Brisant, zugelassen zur Hannoveraner Hauptkörung in Verden im Oktober 2012 und verkauft nach Spanien. 
Bravo ist Halbschwester zu QRage II ("Happy") von Quattro B, 4-jährig Reitpferdeprüfung gewonnen.
Bravo ist Halbschwester zu Awakino QRage von Quattro B,  4-, 5- und 6-jährig Dressurpferdeprüfungen A, L und M gewonnen.
Bravo ist Halbschwester zu La Jeanne von Laudabilis, Juniorenpferd, mehrfach M-Dres. gewonnen. Eine der gewinnsummenreichsten Töchter ihres Vaters.
Bravo ist Halbschwester zu Sabary, 5-jährig Dressurpferde A und L hoch platziert.

Grossmutter Fabrice: FN Leistungsstutbuch C -Nachzuchterfolge-
Prämienfohlen a.d. Fohlenschau Heinsberg, 4. Juli 1998 - Silbermedaille
SLP Telgte, 13. Juni 2001 - Platz 1, Wertnote 8,39
Einzelnoten: Trab 8,5  Galopp 8,5  Schritt 8,0  Rittigkeit Richter 9,0  Rittigkeit Fremdreiter 8,5  Freispringen 8,0
Sommer 2003: diverse sportliche Erfolge in allen Disziplinen, darunter Sieg in der Eignungsprüfung in Telge mit der Wertnote 8,2
Fabrice ist die erste von 5 Vollgeschwistern von Fidermark, die alle mit der Fohlenprämie ausgezeichnet wurden, darunter Auktionsfohlen.

Die Geschichte zum Ursprung des Stutenstammes der Fabrice, Hann. Stamm Nr. 367 nach Schridde
Vollbruder Fair Play*2002 Rheinischer Reitpferdechampion 2005
Vollschwester Fannie Mae*2003 SLP Telgte Platz 2, Wertnote 7,97
Einzelnoten: Trab 8,0  Galopp 8,5  Schritt 7,5  Rittigkeit Richter 8,0  Rittigkeit Fremdreiter 8,5  Freispringen 7,5.
Fannie Mae ist Mutter des gekörten Hengstes Sansibar (Paul Schockemöhle, mehrfach S gewonnen, jüngstes Pferd Preis der Besten 2015).
Fannie Mae ist Mutter des gekörten Hengstes Rasputin (Westfälische Hauptkörung 2016)
Vollschwester "Miss Feeny" ist Mutter zu Fantastic Sommertänzer von Samarant, 5-jährig Bundeschampionat Dressurpferde, 6-jährig M-Dressur gewonnen.
Vollschwester "Miss Feeny" ist Mutter zu Fantastic Snoop Dog von San Amour, 6-jährig Drpf M gewonnen, St.Georg Special gewonnen, Intermedieare-I 2.
Vollschwester "Miss Feeny" ist Mutter zu Fantastic Sugar Candy von San Amour, Dressurpferde A gewonnen, Dressurpferde L platziert.
sowie Ripito L von Riccione a.d. Piroschka von Pit a.d. Feodora von Frühlingsball, M-Dressur, DrPF M intl/LUX

Nachzucht Bravo:
2013 Daktari von Don Frederic, Siegerfohlen der Stutenschau in Fröndenberg, 2019 SF von Benicio - Brianna "Der kleine Brexit"
2017 Ladybird von Libertad
2018 Quäntchen Glück von Quantensprung
2019 Fabelhaft


Gedanken zur Hengstwahl: warum Fürst Samarant?

Spät am Montagabend erreichte mich der Anruf von Stutenfee Ingrid, Bunny habe ein gesundes braunes Hengstfohlen geboren. Das Nachgeburtsverhalten hielt sich in überschaubaren Grenzen, ich war erleichtert!

           

Als ich dann am nächsten Morgen vor meinem frischgebackenen Mutter-Kind-Duo stand, war ich ganz und gar verblüfft.
Gross und mit Substanz und ausgeprägten Knochen und Gelenken mühte der noch arg verlegene braune Bub sich unter Mutter's Euter. Und er hatte reichlich Grund sich tief zu bücken, ich mochte zunächst kaum glauben, dass dieses Fohlen aus Bunny geflutscht sein sollte. 

Bunny selber war ein filigranes Fohlen und ist sich bis heute treu geblieben.
Ihre drei roten Mädchen in Folge waren allesamt wie Muttern filigran und mit sichtbar Wiedererkennungswert ausgestattet.
Dieser Bursche war völlig aus der Art geschlagen.
Wo mochte er das bloss her haben?
Ich liess die väterliche Abstammung in meinem Kopf Revue passieren und kam keinen Schritt weiter:
Fürst Samarant ist eher handlich kompakt, Fürst Nymphenburg eher hoch und schmal, ebenso der dritte Vater Samarant, ein Sandro Hit-typischer hoch und schmal gebauter Hengst.Wo kamen diese Substanz und das Fundament her?


                          


Immer gut, wenn man Züchterfeunde hat, die einen tagsdrauf erleuchten und mit den eigenen liebgewonnenen Argumenten zu schlagen wissen:
"Fürst Samarant ist ja auch ein Fürst Romancier Enkel, und der kann schon mal ordentlich "Kaliber" und vor allem Wuchs. For Romance zwar nicht unbedingt, aber Genetik ist halt wie ein Omnibus mit Verwandten, du weisst nie, wer als erstes aussteigt ..."
Die Erklärung erschien angemessen und ich musste herzlich lachen.

Das einzig sichtbare Zugeständnis an meine Fidermarksippe waren die noch durchtrittigen Fesseln hinten, so kannte ich die meisten meiner Fohlen.
Dafür stand der kleine braune Recke vorn auf einem Füsschen etwas steil. Verständlich, so viel Zusammenfalten im Bauch bringt mitunter verkürzte Sehnen und Bänder mit sich. Weshalb ich dem jungen Mann spontan drei Mal täglich Pflastertraben verordnete, wohl wissend, dass das die nächsten drei Tage harte Arbeit für ihn und mich bedeutete und logistische Kapriolen im Büro dazu.
Doch die Mühe sollte sich lohnen, bereits am dritten Tag sah man nichts mehr von dem steilen Füsschen und auch der reptielienhaft anmutende Gang des Fohlens hatte sich normalisiert. Stutenfee musste die ersten beide Tage stets die Strasse auf und ab hinter uns herlaufen und "schieben" und hat herzlich gelacht. Mit durchtrittigen Fesseln und in allen Richtungen verlegenen Gelenken dazu traversierte das braune Kerlchen wie ein Reptil über mehrere Hufschläge und war nicht im Stande "in Spur" zu laufen.

                                                   

Am dritten Tag kam mittgas ein hilfsbereiter Kollege aus dem Büro mit dazu und schubste uns erstmals gemeinsam in den Wald. "Schubsen" war durchaus angebracht, weil das Fohlen nicht von sich aus an uns vorbeizog und Bunny mit dem Fohlen hinter sich genauso wenig Drang nach vorn verspürte. Da kam Ludwig gerade recht und wir hatten eine Menge Spass in dieser arg strapazierten Mittagspause bei strahlendem Sonnenschein.
Weil die Heuwiese inzwischen so hoch steht wie das Getreide nebenan, erreicht man den Wald um diese Jahreszeit nur auf Umwegen.
Umwege über harten Boden (ideale Fohlenstreckfussphysiotherapie) und reichlich Feldwege.
Bunny war not amused allein so weit von der Herde weg, und das Fohlen ausserordentlich beeindruckt. Will heissen:
das Kerlchen blieb immer wieder stehen und beäugte staunend die grosse weite Welt. Sanft schubste Ludwig ihn dann stets in die Realität zurück.
Ein derart "standfestes" Fohlen noch im Alter von drei Tagen habe ich noch nie gehabt.

Dank Ludwig war es also möglich, dem Fohlen einen ersten ausgiebigen Eindruck vom Wald mit all seinen grossen und kleinen Herausforderungen zu verschaffen. Selbst die Senke kletterte er dicht an Mutter's Seite mehrfach hinauf, um oben erneut erstaunt kleine Wurzeln zu schlagen und sein Umfeld zu bestaunen. 
Als Zugeständnis an Bunny's begrenzte Geduld fernab von Stall und Stutenherde machten wir uns bald darauf wieder auf den Heimweg und der kleine Mann kam eifrig hinterher getrappelt.

                                                  

Dank Ludwig wusste ich nun, dass es auch mit Bunny möglich war trotz der Umwege in den Wald zu kommen. Nur für kurze Zeit, aber auch nur kurze Zeit im Wald war schöner als jede Strassentherapie. Weshalb ich mich an diesem Abend gleich ein weiteres Mal mit Stute und Fohlen auf Umwegen in den Wald machte und richtig Freude daran hatte. Erstmals traute der kleine Bursche sich nun auch allein auf ein paar kleine Erkundungsgänge, vorsichtig im Schritt noch und nahe bei Muttern, aber doch sichtbar neugierig und inspiriert. Fabelhaft!
Als ich an diesem Abend guter Dinge mit meinen beiden in den Stall zurückkam, hatte der kleine Bursche seinen Namen und er hatte ihn sich wohl verdient!
   
Tagsdrauf dann der erste eigenständige Galopp an mir vorbei in den Wald und noch einen Waldgang später auch das erst Mal die Böschung allein mit Anlauf hoch und oben ein krönender Bocksprung - Fabelhaft! Das hat ihn dann selber so sehr überrascht, dass der kleine Übermut erstmal für eine Weile wieder raus war und erneut kleine Wurzeln geschlagen wurden. Das Erlebte musst wohl bedacht werden und ich lächelte beseelt in mich hinein ...

Recht schnell machten wir Fabelhaft dann schon im Alter von vier Tagen bereits am Freitag weidegängig. Ludwig war erneut als wertvoller Helfer mitgekommen und wir hatten unseren Spass an dem ausgesprochen vernüftigen Fohlen. Mit viel Übersicht und wenig Drang zum kopflosen Losknattern hat der kleine Fabelhaft sich die Sache mit der Litze in Ruhe beguckt, das erste kurze Zucken sorgfältig bedacht und reflektiert, und ward danach nie wieder in Litzennähe gekommen...

Was für ein Musterknabe! 



8.6.2019

Besuch aus Kassel!
Alexandra und Anke sind angereist und Wind und Wetter können uns nicht davon abhalten, erstmals mit beiden Fohlenstuten gemeinsam in den Wald zu ziehen - danke, Anke und Alexandra!

                 

Die  Fohlen hatten grosses Vergnügen an unserem gemeinsamen Unternehmen und tobten selbst nach ihrem ausgiebigen Weidetag in Wind und Sonne desabends noch ausgiebig um die Bäume. So soll das sein!


                                             



                                             



                                             



                                             



                                              



                                              



                                                   



23.6.2019

                                                                                      Halfterlos und ohne Huffett ...

                                                                     Sieger- und Endringfohlen in Wettringen - Fabelhaft!



                                                                                           

Eine Hommage an Heinz - du hast es dir verdient!

Wohlwissend, dass ich entspannte Hofbrenntermine daheim für meine Fohlen vorziehe, hatte der Hausherr mich sehr nachdrücklich gebeten, Bunny und ihr Fohlen doch bitte in Wettringen zur Schau vorzustellen. "Bitte!"
Da die Schau in Wettringen stets auch grosszügig mit verlockenden Boxen für die Gaststuten ausgestattet ist, hatte ich dieser ausgesprochen nachdrücklichen Bitte nur noch wenig entgegenzusetzen. Wenn man Stute und Fohlen behaglich untergebracht weiss, kann man gut planen und findet auch bereitwillige Helfer, die früh zum Verladen bereitstehen und sich dann den ganzen Tag entspannt die komplette Schau ansehen können.
So hatte Freund Heinz bereits seine verlässliche Zusage zum Helfen erteilt und ich wusste meine Pferde und mich in bester Gesellschaft. Abgesehen davon denke ich noch immer mit grösster Freude an unsere Reise nach Fröndenberg mit Bunny und Daktari vor sechs Jahren zurück. Damals war es auch Heinz, der uns zur Seite stand und mit seiner eigenwilligen Art diese Schau und den grossen Erfolg meines Mutter-Kind-Duos ganz massgeblich prägte. Noch immer macht es mich breit grinsen, wenn ich die Geschichte von damals lese ... Ich nahm es also als gutes Omen, Heinz an unserer Seite zu wissen. Daktari wurde damals Siegerfohlen und ganz offensichtlich hatte Heinz ein gutes Händchen für Bunny und ihre Fohlen.
Selbst Alexandra liess es sich nicht nehmen, extra aus Kassel anzureisen und hatte als Überraschungsgast noch Anke mitgebracht.
Jetzt konnte eigentlich nichts mehr schief gehen!

Heinz  kam -wie erwartet- überpünktlich auf den Hof gerollt. Wohlwissend, dass Heinz gewisse Ansprüche an Schauroutine pflegt, hatte ich ihm bislang tunlichst verschwiegen, dass der kleine Fabelhaft noch nie ein Halfter getragen hatte. Auch Daktari hatte damals noch nie ein Halfter getragen und es dennoch vermocht, Heinz' Empörung in echte Euphhorie zu wandeln. Ich war also sehr gespannt, ob wir dieses Kunststück womöglich sechs Jahre später mit Bunny's viertem Fohlen wiederholen konnten.
Guten Willens war ich durchaus, doch meine halbherzigen Versuche, den kleinen Fabelhaft allein aufzuhalftern, waren am Vorabend kläglich gescheitert.
Da war nun Kreativität gefragt!
Und naklar lautete Heinz' erste Frage als er aus dem Auto stieg:
"Ist das Fohlen denn auch halfterführig?"
...
Oha.

Betont gelassen gurrte ich: "Heinz, wir machen das dieses Mal mal ganz anders! Der ist noch so klein und klebt an Muttern, den verladen und zeigen wir komplett ohne Halfter!" (... und ich fand, das klang sehr überzeugend...)
Ein spektischer grienender Seitenblick von Heinz war die Antwort.
Oha.

Klein-Amelie hatte früh am Morgen ihre erste Dressurpferdeprüfung auf dem jungen neuen Pferd mit sagenhaften 8,2 gewonnen, weshalb die ganze Familie unterwegs war. Stutenvater Gregor verzichtete jedoch grosszügig auf die Siegerehrung, um uns passig beim Verladen helfen zu können. Ich war ganz gerührt.
Da standen wir also mit Bunny und Fohlen vor dem Anhänger, die beiden starken Männer seitlich vor der Rampe, bereit, das knapp vier Wochen alte Fohlen fachmännisch in den Hänger zu heben. Ich marschierte mit einer laut und skeptisch schnaubenden Bunny die Rampe hoch und fragte von oben aus dem Hänger:
"Wann schiebt ihr denn nun los?"
Da stand er Zwerg schon neben uns.
So schnell konnten die beiden gar nicht zupacken, wie das Fohlen dicht an Mutter's Seite ganz allein in den Hänger geklettert war.
Soviel zur besorgten Unterstützung beim Verladen.
Mitunter kommt es eben anders als man denkt.

Etwas peinlich berührt stand ich oben im Hänger bei meinen Pferden und wusste nicht, ob ich nun lachen oder weinen sollte.
"Dafür habe ich jetzt die Siegerehrung meiner Tochter sausen lassen!", tönte Gregor von unten.
Ich w a r peinlich berührt ...

Insbesondere, als ich Klein-Amelie viel zu verdanken hatte!
Die funkelnde Glanzlack-Trense für das Pony hatte ich als erstes noch am Vortag dankend eingepackt (wie gut, dass das Kind inzwischen ein Grosspferd reitet!). Die hippe Trense hatte uns bereits im letzten Jahr mit Carly und Karlchen so viel Glück beschert und liess mich als Nicht-Schau-Junkie nicht völlig outdated aussehen  ... (auch das war damals eine ganz und gar bemerkenswerte Geschichte).
Wie gut, dass meine Pferde nicht überdimensioniert daherkommen. Amelie's Ponytrense passte auch gut auf Bunny's Kopf und liess sie strahlen.
Wenn wir schon nicht die Besten waren, so sollten wir doch bitte die Schönsten sein!

Beim Abladen in Wettringen kam Heinz dann das erste Mal mit seiner ganzen Erfahrung zum Einsatz:
"Mach langsam die Rampe runter und bleib davor stehen mit der Stute, damit das Fohlen ruhig runter kommt und nicht springt!"
Das nahm ich mir gern zu Herzen und beobachtete entzückt, wie auch der kleine Fabelhaft sich Heinz' Rat offensichtlich ebenso zu Herzen nahm. Bedächtig beäugte das Fohlen die Rampe und kam langsam, ganz langsam heruntergestiegen.
"Was für ein schlaues Fohlen!" lobte der Heinz beeindruckt und ich musste breit grinsen.
Das versprach ein guter Tag zu werden!

                                                

Über 40 Gastboxen standen in dem grossen Laufstall bereit, allesamt pikobello und grosszügig eingestreut, ein riesenberg Heu dazu und in jeder Box ein Eimer frisches Wasser.
Kostenlos.
Was für ein Service!
Dazu wehte eine angenehme leichte Brise durch das hohe lange Gebäude, das I-Tüpfelchen aus Pferdesicht an diesem Tage bei Temperaturen von über 30°. Ich wusste meine Pferde gut aufgehoben und Bunny frass sich sogleich zufrieden durch den Heuberg.

Mit gutem Gewissen marschierten wir zum Schauring und liessen es uns entspannt gutgehen.
Minutiös plante ich dann unseren Einsatz, um die Pferde bloss nicht zu lange in der Hitze stehen zu lassen.
18 Minuten pro Ring, voraussichtlich 5 Ringe, nachdem dritten Pferd des vierten Ringes wollten wir uns auf den Weg machen.
Heinz war beeindruckt von soviel Berechnung.

Blitzeblank im Sommerfell waren meine Pferde tags zuvor von der Weide gekommen. Weshalb ich Bunny nicht einmal geputzt hatte. Stattdessen hatte ich wie in guter alter Zeit eine knappe Stunde das Schweifchen handverlesen ...
Ohne Brille sah das Pferd auch wirklich sauber aus. Sie glänzte geradezu!
Ob sie auch mit Brille fleckenlos rein war, konnte ich nicht sagen. Die Gleitsichtbrille auf der Nase war eine dunkle Sonnenbrille, damit sah im Stall einfach alles fleckenlos und sauber aus ... .
Aber ich war sicher, Heinz würde eventuelle Misstände sofort bemerken (und womöglich auch beheben...).
Und so war es auch.
Wir waren noch nicht ganz aus dem Stall raus, da tönte es hinter mir:
"Die Hufe! Du hast ja gar kein Huffett drauf!"

Ach du liebe Güte.
Huffett!
Wer denkt auch an sowas???
Ich hatte mir so viel Mühe mit den Zöpfen und dem Schweifchen gegeben, die Glanzlacktrense passig verschnallt und zuvor die richtigen Kopfnummern befestigt (letzteres war mir nur halb gelungen, die "8" stand tatsächlich auf dem Kopf. Das hatte aber noch niemand bemerkt und da waren die Nummern auch schon dran...), an Huffett hatte ich tatsächlich nicht gedacht.

"Das geht gar nicht!", schimpfte Heinz.
"Lass uns mal im nächsten Stallgebäude gucken, ob wir jemanden mit einem Eimer Huffett finden!"
Ergeben gab ich seinem Wunsch nach.
Schwenk in das nächstgelegene Stallgebäude, das halfterlose Fohlen dicht an Muttern's Sseite, und die Suche begann.
Was soll ich sagen?
In diesem Stall sollte es eigentlich geschäftig wie im Bienenschwarm summen, aber es gab weit und breit kein Huffett!

Da musste nun eine Entscheidung her.
"Heinz," sagte ich, "das muss jetzt einfach mal ohne Huffett gehen! Es geht ja auch ohne Halfter!"
Heinz war not amused.
Der wohlgeplante Schauauftritt drohte zu scheitern!
Ich bemühte mich, Heinz angemessen zu trösten:
"Sieh es doch mal so. Wenn das Fohlen nicht ordentlich trabt, nutzt uns auch kein Fett auf Mutter's Hufen. Trabt er aber ordentlich, wird ganz bestimmt niemand auf Mutter's glanzlose Hufe achten."
Abgesehen davon glänzte Bunny mit der hippen Lacktrense obenrum ohnehin zu Genüge ... . 
Die Bemerkung verkniff ich mir allerdings, denn Heinz war really not amused!
Sowas kenne er ja gar nicht, dass keine Zeit zum überputzen und fetten mehr sei!
Überputzen?
Ich dachte an den naturbelassenen Weideglanz, schwieg und grinste vor mich hin.

Halfterlos und ohne Huffett machten wir uns auf den Weg zum Ring. Das Timing war in der Tat perfekt!
Die 97 war soeben gestartet, es blieb gerade noch Zeit, meine Pferde einem fleissigen Vorführer zu übergeben, und los ging's.

                                            
                                                                                             ... und wie sie glänzt!

Mit der Kamera in der Hand machte ich mich auf den Weg zur Sonne im Rücken und nahm das weitere Geschehen nur noch eingeschränkt durch das Objektiv wahr. Das nächste, was ich dann sehr bewusst wahrnahm, war der Applaus.
Der kleine Fabelhaft hatte sich ganz offensichtlich fabelhaft präsentiert!
So hatte ich mein Fohlen selber noch nie zuvor traben sehen - locker, taktvoll und bergauf!!!
Das Schweifchen lose pendelnd, und wer es nicht am lose schwingenden Fohlenkörper wahrnahm, hatte hier ein offensichtliches Indiz für ein wirklich lockeres Fohlen, frei von Spannungstritten.
Ich war beseelt!

                                             

So sah das auch der Hausherr und warf mitten im Ring alle meine wohlbedachten Pläne über den Haufen.
"Geh und lass' den gleich beim Brennwagen westfälisch eintragen!"
"äh... Mathieu ..., das geht nicht!"
"??"
"Da war noch nie ein Halfter drauf. Das Chippen kriegen wir ohne Halfter in der grossen Halle nicht hin."
Ich hatte mich inzwischen für einen entspannten Hofbrenntermin zu Hause entschieden, da sollten dann beide Fohlen hannoversch registriert werden. Der kleine Brexit musste ja schliesslich auch noch ins Papier!
Allein, der Hausherr wischte meine Bedenken mit einer einzigen Handbewegung vom Tisch. "Da sind genug starke Männer in der Halle, die machen das schon! Lass den bloss westfälisch eintragen, so, wie der sich jetzt hier gezeigt hat!"

Ach ja.
Halfterlos und ohne Huffett waren wir so weit gekommen.
Was nun?
Sechs verscheidene Fohlenhalfter in allen Grössen hatte meine Stutenfee mir wohlweislich rausgelegt, ich hatte sie auch alle brav eingepackt und mitgenommen. Sollte nun tatsächlich eines davon den Weg an den Fohlenkopf nehmen???
Die Idee gefiel mir überhaupt nicht.

Während ich noch etwas ratlos am Rande stand rief Wilken Treu mir aus dem Kommissionszelt zu:
"Frau Brandt! Müssen wir die Stute denn wirklich noch eigens zur Stutbuchaufnahme bewerten?"
Nanü?
Verwirrt zuckte ich die Schulter.
Das drohte nun alles weit über meinen Kopf hinaus zu wachsen.
Flugs fuhr er fort: "Da können wir doch einfach die vier Achten aus Hannover übernehmen und die Sporterfolge dazu..."
Ah!
Ich war entzückt!
Offensichtlich sprach Wilken Treu die selbe Sprache wie Mathieu und die Herren waren sich einig.
Für Bunny sollte es wohl die längste Zeit in Hannover gewesen sein ...
Man staunt, mit welcher Eigendynamik die Dinge sich mitunter doch entwickeln!
Die Idee gefiel mir ausnehmend gut.

                                                     
                                                Bunny und Heinz - die "8" steht Kopf              ... äusserste Konzentration bei allen Beteiligten!

Es kam der Schrittring und Heinz präsentierte meine beiden mit jahrelanger Schauerfahrung und Bedacht.
"Was für eine tolle Stute! So leicht und fein in der Hand!" liess er sich geradezu hinreissen.
Ich holte einen kurzen Moment lang Luft und wies dann ganz vorsichtig darauf hin:
"Heinz! Die tolle Stute war zwei Jahre im Sport. Die sollte halfter- u n d sogar trensenführig sein...!"
"Neee neee neee, auf Schau ist das immer was anderes!"
Ach ja.
Sagte ich schon, wie sehr ich Heinz' Logik schätze?
Man muss ihn einfach lieben!

Mit dem Schrittring kam die Rangierung und es sollte Heinz beschieden sein, das Siegerfohlen des Ringes zu stellen. Nach all meinen Faux-Pas' hatte er sich das auch wirklich verdient!
Ich war beseelt!
Die Kommentare des Zuchtleiters gingen runter wie Butter und deckten sich in jeder Hinsicht mit meinen eigenen Eindrücken. So stolz!
Ganz besonders die Sache mit dem lockeren Antritt aus dem Körper heraus hatte es mir angetan!

Der brave Zuchtleiter kam dann auch gleich aus dem Zelt heraus und fragte, was ich denn mit dem Fohlen wohl vorhabe?
Er akquirierte für die kommende Eliteauktion und natürlich war ich ausserordentlich geschmeichelt.
"... doch das Fohlen hat Mathieu bereits gekauft..."
"ach, verd***!" (Das sagte er wirklich!)
Als Zuchtleiter hat man's schwer.  
Es war offensichtlich nicht das erste Fohlen an diesem Tag, das nicht mehr für die Eliteauktion zu haben war.
Konkurrenz belebt das Geschäft.

                                                                         

Es folgte der Endring der fünf besten Fohlen des Fürst Samarant. Auf eine Rangierung hatte der Hausherr bewusst verzichtet.
Die "inoffizielle" Rangierung sah Fabelhaft Kopf an Kopf mit einem Stutfohlen aus einer Mutter von Desperados x Sandro Hit x Rouletto (Stamm des Starnberg) aus der Zucht und in Besitz des Hausherren.
Damit konnte ich sehr gut leben.    

Guter Dinge machten wir uns darauf auf den Weg in die Halle zum Registrieren.
Allein auf weiter Flur, weit und breit kein anderes Pferd, lediglich drei Angestellte des westfälischen Pferdestammbuchs am Brennwagen zugegen.
Ich holte ganz tief Luft und legte los:
"Meine Herren, sie haben jetzt genau zwei Minuten Zeit das Fohlen zu chippen! Länger werde ich den kleinen Kerl ganz sicher nicht halten können, wenn ich ihn überhaupt zu fassen bekomme... Schaffen sie das nicht auf Anhieb in zwei Minuten, gibt es demnächst einen hannoverschen Hofbrenntermin zu Hause, bis dahin ist er dann auch halfterführig...!"

Die Herren nahmen meine Ansage verblüfft zur Kenntnis, und auch Heinz wirkte etwas verstört.
Sollten die Rösser jetzt gänzlich mit mir durchgegangen sein?
Doch es war mir bitter ernst.
Und was soll ich sagen?
Es lief!

Selten hat man westfälische Brennmeister so flink agieren sehen, der routinierte grauweiss-melierte Herr mit dem Chip beeindruckte mich zutiefst als er zu gelassen-versierter Bestform auflief!
Und Heinz erst!
Noch immer sprachlos rangierte er Bunny mit Verve gegen die Bande und sorgte dafür, dass der kleine Hengst mir geradezu von allein in die Arme lief. Ich hatte mein Fohlen fest und sicher im Arm.
Zwei Minuten.
Es sollte das schnellste und beste Chippen werden, das ich je erlebt habe. Meine Stutenfee hätte ihre helle Freude daran gehabt! (... und ich denke noch immer mit Entsetzen an das Drama des letzten Chippens im vorigen Jahr zu Hause zurück. Die Dame aus Verden hatte acht Chips auf vier Fohlen verschossen und eines noch dazu falsch gebrannt... Weshalb Kunterbunt seither als Rheinländer firmiert und ich meine Stutenfee erstmals im Leben habe explodieren sehen ...)

Tatsächlich stand der kleine Fabelhaft noch ruhig und beinahe gelassen in meinen Armen, als alles schon vorüber war und der freundliche und versierte Brennmeister mich zufrieden angrinste. Auch des Heinz' Mine hatte sich merklich entspannt!
Halfterlos und ohne Huffett.
Zwei zu Null für Westfalen.
... denn allein für den kleinen Brexit lohnt es sich nun wirklich nicht mehr, einen Brennmeister aus Hannover anreisen zu lassen.

Als wir später zurück zum Schauring kamen begrüsste Dana mich mit den Worten:
"Sabine, wenn dein Hengst in zwei Jahren zu uns zur Körvorbereitung kommt wäre es aber schön, wenn der bis dahin halfterführig ist ..."

Grosse Worte gelassen ausgesprochen.
Was für ein Tag!

Mein grosser und aufrichtiger Dank gilt Alexandra und Anke für ihren tapferen Seelenbeistand und dem fabelhaften Heinz, der alle Erwartungen mehr als erfüllt hat. Sollte Bunny je wieder mit einem Fohlen zur Schau reisen - nur noch mit Heinz an unserer Seite!

                                            

... und während ich diese Zeilen schreibe muss ich noch immer schmunzeln - einfach schön, wenn man solche Freunde hat!

 
24.8.2019

             



10.11.2019

Die Stuten sind mittlerweile abgesetzt, die intakte Fohlenherde wird derzeit allein von Bunny geführt, die als Mutter des jüngsten Fohlens für Ordnung sorgt. Bunny inmitten der bunten Fohlenherde erinnert an Schneewittchen und die sieben Zwerge, es zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht.
Ich bin jedes Jahr auf's neue angetan von dieser gelungenen Form stressfreien Absetzens. Der kleine Fabelhaft profitiert mit seinen fünf Monaten noch sehr von diesem Arrangement. Fabelhaft ist schüchtern, und alles andere als ein Draufgänger. Wenn zweibeiniger Besuch ihn skeptisch stimmt oder das bunte Treiben der "Cornet-Mafia" etwas zu bunt gerät, sucht er stets Mutters Nähe. So war's gedacht!

Fabelhaft ist gut im Herbst angekommen und hat nicht nur ein puscheliges Fell, sondern auch ein kleines Bäuchlein zugelegt.
Darüberhinaus ist er weithin als typisches Bunny-Kind zu erkennen:
unauffällig, leicht und fein und Mutters Fahrwerk "hintenrum". Geschlossen und drunter.
Ganz wie Ladybird und Blondie in dem Alter, Fohlen für den zweiten Blick - noch. Sieht man seine beiden älteren Schwestern heute, weiss man wo die Reise hingeht.


   

                                                   



                                                   



                                                   



                                                   
                                                                                                                                             Der doppelte Fürst Samarant


18.12.2019

Heute hat Fabelhaft die Fohlenherde verlassen und seinen Weg in die Hengstaufzucht angetreten. Dieser späte Termin des Absetzens war für junge "Sommerfohlen" einfach ideal!
Fabelhaft hat sich in den letzten Wochen sichtbar entwickelt, die Zeit hat er einfach gebraucht. Das einst schmächtige Kerlchen hat sich zu einem noch immer feinen, aber inzwischen ansehlichen Absetzer entwickelt. In der kleinen Halle drehte er bei Anlieferung ein paar Runden, die mich sehr gefreut haben. "Der zuckt aber im Hinterbein!", kommentierte Mathieu mit einem vergnügten Grinsen, und genau so sah ich es auch.

Es war eine Freude zuzusehen, wie Fabelhaft sich auch später in der grossen Laufbox mit einer handvoll gleichalter Kollegen gut zurecht fand. Das nötige Selbstbewusstsein ist in den letzten Wochen mit der physischen Reife einher gegangen. Trotz, oder vielleicht auch gerade wegen der früh geborenen "Cornet-Mafia", die unsere Fohlenherde in diesem Jahr dominert hat. Als Bunny Anfang Dezember den Stall verlassen hat stand Fabelhaft bereits "seinen Mann" in dem bunten Treiben. Sechseinhalb Monate gut behütete Aufzucht haben dem Kerlchen sichtbar gut getan.
Fabelhaft ist Bunnys erster Sohn und der erste, der nun auch direkt in Hengstaufzucht geht. Ich weiss ihn hier bestens aufgehoben und mit allen Möglichkeiten für mich, seine Entwicklung und Werdegang auch weiterhin zu verfolgen. So macht Pferde züchten Freude!



24.4.2020

Zu Besuch bei Karlchen, Kunterbunt und Fabelhaft

                    

Zeit der Weideauftriebe, und auch für Fabelhaft und seine Hengstgruppe geht es in den nächsten Tagen auf ins Marschland. Ich habe die Gelegenheit genutzt und den ranken Jährling zuvor noch einmal daheim besucht. Schlichte Braune gibt es reichlich in der Herde, "den wirst du wohl nicht so einfach wiederfinden...". Doch Fabelhaft ist leicht "rauszugucken". Und "leicht" ist das Stichwort. Bunnys Sohn ist sich treu geblieben:

ein leichtes feines Pferd mit Linien und der Silouhette, die ihn bereits im letzten Sommer noch als Fohlen bei Fuss auszeichnete.  
So sah seine Mutter in dem Alter aus, so sahen Daktari, Blondi und auch Ladybird in dem Alter aus. Seit Ladybird letzte Woche in Münster eingezogen ist und ich sie täglich um mich habe, fällt der Vergleich noch leichter.

"Deine Schweine 'kennst du am Galopp!", hat mir kürzlich mal jemand gesagt. So ist das wohl, wenn man seine Stuten und ihre Nachzucht verfolgt und es macht mich schmunzeln. Bunny prägt ihre Nachzucht im jungen Alter sichtbar.



16.7.2021

Von hundertausend Wintern und „dem besten Pferd, das du je gezogen hast!“

Es begab sich kurz nach der Fohlenschau in Wettringen, als der Hausherr anrief und fragte, „Hast du dir eigentlich deinen Zweijährigen angeguckt?“ „Äh …, wann?“ „Na, als du am Samstag hier warst!“ „Äh ... Zur Fohlenschau? Den ganzen Tag volles Programm für euer komplettes Team?“ „Ach so … Dann sieh zu, dass du dir den jetzt endlich mal anguckst!“

Es sind furiose Dialoge wie diese, die mich immer wieder verzücken. Prioritäten mal ganz anders sortiert, von nicht zu widersetzender Überzeugung getragen. Ehrensache, dass ich mich alsbald auf den Weg machte, sobald der Job es eben zuliess. Am Freitagmorgen war es soweit und ich rollte neugierig in Wettringen auf den Hof.

„Dein Zwejähriger“, das ist Bunnys Sohn Fabelhaft von Fürst Samarant, Bunnys erstes Hengstfohlen überhaupt. Und wie die Bunnykinder so sind (und sie es selber auch war), unscheinbar und „min“ in jungem und jüngsten Alter, hatte Fabelhaft meinen Erwartungen an seine Entwicklung bislang auch durchaus entsprochen. „Min und unscheinbar“ in jungem Alter.  Seit diesem Sommer war es damit allerdings vorbei. Seit das Pferdchen erstmals seine Qualität beim Freilaufen erahnen liess, ist der Hausherr angezählt. Immer dann nämlich, wenn ich die Euphorie allein durchs Telefon nicht wirklich zu teilen vermag. „Ich sag‘ es dir: das ist das beste Pferd, das du je gezogen hast!“ 

Natürlich war ich im Frühjahr dann alsbald zum ersten Freilaufen angereist und erlebte ein zweijähriges Bunnykind, noch etwas min und unscheinbar in Stand und Seitenbild eben, doch was für eine Taktmaschine vor dem Herren! Ich war begeistert! Sportlich in Textur und Aufmachung, hinten dran und natürlich geschlossen durch den Körper trabend, das hat ein Pferd oder das hat es nicht. Fabelhaft hatte. Ich begann, die Euphorie des Hausherrn nachzuvollziehen. Weshalb der Hausherr weiterhin etwas angezählt blieb. Nachvollziehen ist nunmal nicht teilen. Noch nicht.

Heute also sollte ich das Bunny-Kind erstmals an der Longe erleben und ich war schon auf der Stallgasse verblüfft. Konturen und sichtbar gereifte Silouhette, ein ganz und gar patenter Kerl, „min und unscheinbar“ war gestern. Auf dem grossen Aussenplatz an der Longe wurde dann schnell klar, was dieses „beste Pferd, das du je gezogen hast!“ auszeichnet, treffend zusammengefasst vom Hausherren höchstselbst, der den legendären Ausspruch prägte: „In hunderttausend Wintern verliert der seinen Takt nicht!“, mit hörbar Ausrufezeichen dahinter.

Ich war absolut beseelt. Eine Taktmaschine vor dem Herrn mit dem gewünschten Vorderbein dazu und nicht nur aufgrund des Bewegungsablauf inzwischen ganz klar auf dem Weg zum echten Hingucker! Was für eine gelungene Symbiose beider Eltern! Fabelhaft!

In Ermangelung aktueller Fotos (die Kamera war im Auto liegengeblieben … warum eigentlich?) erhält dieser Beitrag daher seine visuelle Marzipan Cremtorten-Auszeichnung. 
It made my Day!



16.2.2022

Wiedersehen mit Fabelhaft!

Der "kleine Züchtertreff" in Wettringen gehört seit Jahren zu den schönsten Veranstaltungen im nasskalten Winter. Überschaubar, persönlich und wie immer brilliant bewirtet, und gerade in Coronazeiten ein echtes Highlight, weil man Menschen&Pferde endlich mal wieder im richtigen Leben zu sehen bekommt. Stutenfee Ingrid und ich hatten uns auf den Abend gefreut und es wurde ein Fest!

                                            

Junghengste oder solche, die man gar nicht auf der Karte hatte, und natürlich die bekannten Grössen - ein Wiedersehen mit Vaderland, der mir im letzten Jahr das "Goldfohlen" Viviane aus Ladybird beschert hat. Wann hatte ich den Hengst das letzte Mal life gesehen?

Das schönste an solchen Hengstbeschauen im echten Leben ist immer, wenn man seine eigene frühe Meinung auch in der späteren Entwicklung eines Hengstes bestätigt findet. Gerade mit der späteren Reife. Viviane hat ihre "goldene" Auszeichnung nicht umsonst bekommen, und doch war sie vor zwei Jahren noch als Experiment angesetzt. Den Vater in dieser Machart sechsjährig und mit aller Berechtigung auf Kurs "WM Ermelo" an diesem Abend so zu erleben, das hat meine aktuellen Anpaarungsideen noch einmal komplett über den Haufen geworfen ...

... und naürlich war auch Fürst Samarant mit von der Partie und er kam nicht allein. Die ersten Dreijährigen sind mittlerweile unter dem Sattel und der Hausherr hält grosse Stücke auf seine Youngsters. Das Schönste daran: er zeigt sie auch gern vor! Eine echte Bereicherung für jede Schau im echten Leben, an diesem Abend ganz besonders ...

                                                      
                                                                                         Mit großem Dank an Thomas Hartwig für seine wahrlich "fabelhaften" Schnappschüsse!

"Fürst Samarant, Belissimo, Fidermark, gerade angeritten und den will ich euch nicht vorenthalten! ...." so tönte es plötzlich durchs Mikro. Bei mir fiel der Groschen pfennigweise. Belissimo Fidermark? Das klang irgendwie bekannt ... ? Ich mochte es nicht glauben und musste zweimal hingucken - Fabelhaft!

Was für eine grossartige Überraschung! Needless to say, für mich war es das Tüpfelchen auf dem "I", Bunnys Sohnemann ganz und gar unerwartet an diesem Abend unter dem Sattel zu erleben, und das nicht nur der anerkennenden Worte des Hausherren wegen, der grosse Stücke auf seinen Youngster hält. Das ging runter wie Butter .... - Züchterstolz pur!

Geradezu aufgekratzt haben wir uns an diesem Abend durch Sturm und Wind auf den Heimweg gemacht. Fabelhaft und die Wertschätzung, die der junge Hengst in Wettringen geniesst, das ist das schönste züchterische Highlight in diesem Winter!



19.11.2022

50TT Adelheidsdorf 8,05 - Fabelhaft absolviert den 50 Tage Test mit einem fabelhaften Ergebnis!

                                                                              

                                                                                          

Alle relevanten Noten 8 und 8,5, ein komplettes Pferd mit d r e i guten GGA und rittig dazu!

Unter allen drei Reitern, die ich anlässlich der Zwischenprüfung und Abschlussprüfung gesehen habe, hat der junge Hengst einfach nichts falsch gemacht. Kuschelfreundlich brav und umgänglich, kein Anbinden auf der Stallgasse, kein Ablongieren nötig, Fabelhaft funktioniert einfach. Der sympathische dunkelbraune Kerl verkörpert die Sorte Pferd, auf die ich mich als Züchter auch gern selber in den Sattel schwinge und einfach losreite - keine Gebauchsanweisung notwendig!

Einige der genannten Attribute mögen eher meinem ganz persönlichen Zuchtziel als dem des "Marktes" entsprechen, gleichwohl hat der junge Hengst seine Grundqualität nachhaltig über 50 Tage hinweg bewiesen. Vor durchaus kundigem Publikum. Und ja, die anerkennenden Worte zahlreicher Anwesender haben mich sehr, sehr stolz gemacht! Schon diese Freude war es wert, vor Ort gewesen zu sein.

Alle relevanten Noten 8 und 8,5, das darf ihm - insbesondere so gänzlich ohne Prominentenstatus - dann auch erstmal einer nachmachen. Die 7,5 im Springen verzeih ich vor diesem Hintergrund gern ... die verdankt er vermutlich seiner Mutter Bunny. Einiges andere aber eben auch.

Zweimal war ich angereist um "meinen" Hengst in Arbeit zu sehen:
zur Zwischenprüfung am 24. Oktober und drei Wochen später zur Abschlussprüfung Mitte November. Zu meiner grossen Freude war Stutenfee Ingrid zur Abschlussprüfung mit von der Partie. Ihre Meinung ist mir wichtig! Sie sagt, was sie denkt, und nicht, was ich hören will. Wohl dem, der aufrichtige Kritiker unter seinen Züchterfreunden weiss.

Nach ein paar Runden kommentierte sie ruhig und fokussiert: "Das Hinterbein hat er von seiner Mutter."
Ich jubelte innerlich. Mehr hatte ich eigentlich nicht hören wollen.
Dazu die gut durchgesprungene Galoppade mit eindeutig Vaters gefälliger Mechanik, ebenso der Trabablauf und ein gelassener guter Schritt, worauf ich besonderen Wert lege. Interieur! Ein gutes Maul, "schaumig, kauen!" hatte ich mir ausdrücklich bereits zur Zwischenprüfung notiert (letzters fällt auf und man staunt, wieviele Hengste bereits in diesem zarten Alter gut verschnürt "die Zähne zeigen").

Ein gelungenes und vor allem ausgewogenes Gesamtpaket, und die Noten geben es genau so wieder. Man kann sich darüber streiten, ob es am Ende nicht noch "ein bisschen mehr" hätte sein dürfen. Insbesondere, als nach auffällig "realistischen" Bewertungen mit zahlreichen 6-er Noten zu Beginn der 30 Starter der Noten Bias zum Ende hin doch wahrnehmbar anstieg und hohe 9-er Noten die Schule machten. Mal mehr, mal weniger angemessen. Es rührte mich jedoch nicht mehr sehr.

Ich hatte gesehen, was ich sehen wollte und war im wahrsten Sinne des Wortes "satt und zufrieden". Und dieses satte Gefühl innerer Zufriedenheit habe ich noch einige Tage mit mir rumgetragen. Und das ist es dann wieder: das grosse Glück immaterieller Werte, die man nirgendwo für Geld kaufen kann...

Bedanken muss ich mich einmal mehr bei Mathieu Beckmann, der von Anfang an an diesen jungen Hengst geglaubt hat und es wahrlich nicht immer leicht mit mir hatte. Immer dann nämlich nicht, wenn ich seine grenzenlose Euphorie eben nicht so uneingeschränkt teilen wollte. Und davon gab es reichlich. Und reichlich Sticheleien dazu. Und während ich dies schreibe, muss ich schon wieder lachen. Denn auch diese Sticheleien muss man sich erstmal verdienen.
 
Was immer also aus Fabelhaft wird - und ich hoffe, er wird seinen guten Weg gehen - rückblickend wird all dies immer dazugehören zu dem Gesamtpaket an Emotionen, die für mich bereits jetzt fest mit diesem dreijährigen jungen Hengst verbunden sind. Und sowas ist nicht selbstverständlich. Danke, Mathieu!



8.2.2023

Fotoshooting in Wettringen!

                                                                     

Seit Fabelhaft im November so fabelhaft den 50-Tage-Test absolviert hat, habe ich sehnlichst auf eine Gelegenheit gewartet, den Hengst endlich einmal fotografisch in Szene setzen zu können. Bis Anfang Februar hat es tatsächlich gedauert mit Terminen, Urlaub und dem passenden Sonnenschein dazu … Heute Mittag sind Stutenfee Ingrid und ich dann nach Wettringen gefahren um das zu tun, was Züchter am liebsten tun:

Pferde gucken. Und reichlich davon!

Beim Training der Sportpferde zusehen, Youngsters ansehen, Morris im grossen Laufstall besuchen und natürlich: Fabelhaft!


                                                       

Als der totschicke Kerl dann zum feinmachen in die Halle auf den Putzplatz kam, hatte ich tatsächlich Herzklopfen! Ich muss mich wirklich sehr auf diese Gelegenheit gefreut haben ... und habe dann spontan selber zugepackt und losgelegt: rubbeln und putzen was das Zeug hält - wir hatten beide unseren Spass daran!

Tatsächlich ist es ein grosses Vergnügen als Züchter "seinen" Hengst einfach Mal selber zu putzen und all die alltäglichen Dinge zu tun, die man hinter den Kulissen sonst nie mitbekommt. Mittendrin statt nur dabei - das hat einfach Freude gemacht!

                                                    


                                                                           

Wer heutzutage Hengste fotografiert, hat hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Es wird getrickst und gemixt, ohne Fotoshop kommt kein Hengstkatalog mehr aus. Schade eigentlich.

Diese Fotos mögen nicht perfekt sein. Suboptimale Aufstellung oder Ausrichtung, Schatten im Profil oder wahlweise dezente Überbelichtung... das passiert im Sportmodus ... Einem professionellen Anspruch an Pferdefotografie werden die Bilder vermutlich nicht gerecht.

                                                        

Aber diese Fotos sind authentisch. Und genau so muss es sein.
Weil es mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht zaubert, wenn ich diese "fabelhaften" Bilder betrachte.
Weil das grosse Vergnügen, das wir allesamt bei unserem spontan inszenierten Fotoshooting hatten, auf jedem Bild rüberkommt.


                                                        

Einen knackigen jungen Hengst bei ebenso knackig frischen Temperaturen in ungewohntem Umfeld im Freien so an der Hand vorzustellen, wie Kamil das für uns getan hat, da gehört schon ein bisschen was dazu. Und Kamil hat das einfach brilliant gemacht und ganz offensichtlich selber grosses Vergnügen dabei gehabt. Ganz genau so haben Stutenfee Ingrid und ich es auch empfunden. Diese Fotosession "made my Day" - im wahrsten Sinne des Wortes.

                                                        

Diese Bilder transportieren Emotionen und das geht weit über den Anspruch hinaus, einen Hengst - so gelungen er auch sein mag - fotografisch professionell in Szene zu setzen. Weshalb ich Kamil unendlich dankbar bin, dass er sich die Zeit genommen hat, Fabelhaft an seinem letzten Tag im Hause Beckmann so für uns zu inszenieren.

                                                        

Was immer aus dem Hengst nun wird, ob er Hengst bleibt, ob ich seinen Werdegang weiterhin auch so begleiten kann oder nicht, diese Bilder bedeuten mir unendlich viel. Und es ist ganz sicher nicht selbstverständlich, dass eine grosse Hengststation auf Zuruf, "weil endlich die Sonne scheint!" alles stehen und liegen lässt, um dem Züchter Gelegenheit zu geben, "seinen" Hengst nocheinmal so zelebrieren zu dürfen. Made my Day.
Danke Kamil, Team Beckmann und Mathieu. Einfach Fabelhaft!


9.7.2023

Fabelhaft absolviert seine erste Reitpferdeprüfung mit 8,1 - Platz 2!

Wieder war es mein Züchterfreund Wolfgang aus dem Rheinland, der mir mit seiner WhatsApp die grösste Freude bereitete!
Woche für Woche hatte ich die Starterlisten der einschlägigen Dressurturniere im Rheinland bereits bei Equiscore "gestalkt" in der Hoffnung, Fabelhaft einmal zu finden. Dieses Turnier hatte ich glatt übersehen und wäre sicher auch hingefahren, zumal Steffi und Carlos ebesno vor Ort waren. Egal.

Ich habe mich so gefreut über Fabelhafts gelungenes Turnierdebut!
Züchterstolz pur!





5.11.2023

Ich war noch ganz beduselt von Karlchens überlegenem Sieg am Vortag in Handorf und freute mich über die gelbe Schleife, die die bunte Ausbeute dieses Sommers hinter der Windschutzscheibe leuchtend bereicherte, da fiel gleich noch eine gelbe Schleife für die Münsterland-Pferde vom Himmel - und was für eine!

In Wickrath debütierte Fabelhaft an diesem Wochenende in seiner ersten Dressurpferdeprüfung und entschied die Prüfung mit einer unerhörten 9,0 für sich! Neunkommanull! Züchterstolz pur!

Seit seinem ersten öffentlichen Auftritt in der Reitpferdeprüfung in diesem Sommer hatte ich gespannt auf weitere Starts gehofft, und das gespannte Warten sollte es wert gewesen sein!

So sehr ich es bedaure, nicht life dabei gewesen zu sein, so sehr schätze ich den sparsam dosierten sportlichen Einsatz des jungen Hengstes unter Charlotte Tollhopf im Sinne des Pferdes. Weniger ist mehr, und ganz offensichtlich sehr viel mehr!




7.4.2024

Fabelhafte Neuigkeiten von Fabelhaft: die erste Dressurpferde L - der erste Sieg!

Wieder war es mein langjähriger Züchterfreund Wolfgang aus dem Rheinland, der seine Augen immer dort hat, wo ich nur selten präsent bin. Mit seiner schlichten WhatsApp bescherte Wolfgang mir heute nachmittag geradezu einen Schluckauf:

In Jüchen Waat war Fabelhaft an diesem Wochenende mit Charlotte Tollhopf in seiner ersten Dressurpferde L unterwegs und blieb sich treu. Mit einer "8" vor dem Komma entschied der junge Hengst auch diese Prüfung vor sich - Züchterstolz, und reichlich davon!

Ganze drei Prüfungen hat Fabelhaft in seinem jungen Leben bestritten, in jedem "Semester" eine. "Gezielten Einsatz" nennt man das wohl  und das Konzept geht auf: 8,1, 9,0, 8,14 - zwei Siege, einmal Zweiter.

Wenn mein lieber Züchterfreund Wolfgang es jetzt noch schafft, mich einmal v o r einem Start zu informieren, ich würde mich gewiss flugs auf den Weg ins Rheinland machen!


11.5.2024

In Neuss qualifiziert Fabelhaft sich heute mit einer 8,0 zum Bundeschampionat der 5-jährigen Dressurpferde!
Rang 5 für Charlotte und Fabelhaft und eine entsprechende Erwähnung auf Eurodressage - immerhin!

Was hätte ich vor ein paar Jahren noch darum gegeben, eines meiner Pferde zum Bundeschampionat qualifiziert zu wissen ...
Die Zeiten haben sich geändert, der Sport hat sich verändert und meine Einstellung zu diesem Sport noch viel mehr.
Heute hätte ich mehr darum gegeben, Bunny's Sohn endlich einmal selber wieder life und unter dem Sattel zu sehen.
Wir arbeiten daran!

Denn wieder war es mein Freund Wolfgang aus dem Rheinland, der mir zuverlässig die entscheidende Nachricht zukommen liess. Diesmal sogar frühzeitig des Morgens mit der avisierten Startzeit gegen Mittag. Da wäre reichlich Zeit zur Anreise gewesen, wenn, ja wenn ich nicht selber auf dem Pferd gesessen und das Handy erst mittags wieder zur Hand genommen hätte ...

Lieber Wolfgang, wenn du das hier liest:
Bleib dran - wir schaffen das!
Das nächste Mal werde ich ganz sicher ins Rheinland reisen und Fabelhaft endlich einmal life unter dem Sattel erleben!

  


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