Silas * 12.April 2001                

                                                                

                          
                                                                                                    Karon Trak *1981
                                                            Caprimond Trak. *1985
                                                                                                    Capri VI
Trak *1980
                    Canaster I Old. *91
                                                                                                    Vollkorn xx. *1961
                                                            Wega Weissena Old. * 1981
                                                                                                    Wega Old,. *1972 v. Futuro

                                                                                                    Duft II Hann *1958
                                                            Donani Hann *1979
                                                                                                    Allerufer Hann *1971 v. Agami xx
                    Dolly  Hann. *1989
                                                                                                    Saluto Hann *1969 v. Sudan xx
                                                            Sabrina Hann *1979
                                                                                                    HSt von Adjudant Hann *1973


                                                                                                      

                                                                                                                                                    




Im Sommer 2007 ist Silas in Münster eingezogen - zunächst als Ausbildungspferd eigentlich, aber bald schon war klar:
sollte es für mich jemals einen zweiten Shannon geben, dann wird das Silas sein...
Und wie damals bei Shannon waren es auch bei Silas die Augen die mich als allererstes in den Bann gezogen haben - in diesen Augen spiegelt sich die Seele des Pferdes.  
Ich sah ihn in seiner Box stehen und dieser Blick ging sofort unter die Haut - alles weitere ist Geschichte.

Als Silas im Sommer kam lautete die Order meines lieben Freundes Heinz: "Sabine, den musst du reiten wie einen Dreijährigen! Der ist ganz roh!"
Und so war es auch. Es hat eine kleine Weile gedauert bis wir auf unserem grossen Dressurplatz traben und galoppieren konnten ohne dabei -schwupps- selbigen auch schon wieder mit Schwung und nicht ganz freiwillig nach aussen zu verlassen... Die ersten kleinen Sprünge haben wir wie üblich mit einem Führpferd absolviert zu einem Zeitpunkt als das angaloppieren noch gar nicht klappen wollte. Fliegender Trab und daraus in einen rauschenden Galopp verfallen lautete die Lektion die man gemeinhin eigentlich als angaloppieren beschreibt. Das hat uns beide nicht sonderlich gestört, ging es doch bei den ersten kleinen Sprüngen erstmal darum zu sehen was der Bub überhaupt vom Springen hielt und wie er sich dabei anstellt - vermeintliches Dressurpferd das er ja eigentlich ist... und natürlich hat es auch nicht lange gedauert bis Freundin Melanie zu einem ihrer Schnupperkurse ins Gelände lud: Silas war begeistert! Führpferd vorweg und los ging's - im Trabe zunächst, aber nachdem er raus hatte dass Baumstämme, Bürsten und alles andere was es sonst noch zu entdecken gab ne feine Sache sind ging's auch ruck zuck alleine - und bald hatte ich Mühe ihn in einem gelassenen Tempo zu halten - er hatte Feuer gefangen und ganz offensichtlich
grossen Spass an diesem neuen Job und ich weiss nicht wer von uns beiden sich mehr darüber gefreut hat!
Ausgerechnet in der darauffolgenden Spríngstunde musste ich mich dann fragen lassen was um alles in der Welt ich denn bloss mit dem Pferd angestellt hätte, der sei ja auf einmal so viel sicherer und selbstbewusster am Sprung geworden? ... breites Grinsen in meinem Gesicht und wieder einmal der Beweis dass es kaum etwas natürlicheres gibt als Geländetraining um einem Pferd das kleine Einmaleins des Springens zu vermitteln. ... am "grossen" basteln wir derweil noch ... Er ist numal -ganz wie Fabrice- ganz und gar kein Springpferd, aber Gift und Geist, das hat er! oder -wie es ein besonnener Pferdemann einmal so schön auf den Punkt gebracht hat-:
Ein Pferd springt in allererster Linie mit Herz und Kopf - der Körper ist dabei nur Mittel zum Zweck.

Derweil hat Silas sich unterm Dressursattel zu einem echten Talent erwiesen - dank dem regelmässigen Training bei Kristina die uns von Anfang an konsequent unter ihre Fittiche genommen hat. Silas gehört zu den seltenen Sattelpferden die sieben Tage die Woche Freude machen bei der Arbeit - ein Pferd das arbeiten will und dabei hoch sensibel ist - die grösste Anstrengung für mich war anfangs mich darauf zu konzentrieren möglichst "nichts" zu tun im Sattel statt einfach viel zu viel einzuwirken. Weniger ist mehr. Und er lernt und lernt.... und ich mit ihm. So beherrscht er seit dem halben Jahr unseres Zusammenseins nun die Seitengänge und das notwendige vorwärts-rückwärst bei zufriedener Anlehnung in allen drei Gangarten und wir arbeiten an einer sicheren Versammlung.  
Ich freue mich jeden Tag wenn ich in den Stall komme und er schon laut wiehert wenn er nur mein Fahrrad hört mit und über dieses grossartige Pferd!

Und alle sind froh dass es dann doch -Gott sei dank!- wieder ein Wallach geworden ist und nicht etwa eine Stute, die, wenn sie nicht "bei drei auf den Bäumen ist!" bei mir ohnehin ruck zuck wieder gedeckt wäre...
Wie schön, dass man Freunde hat die einfach wissen was gut und richtig ist :-)


Fotoalbum

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8.März 2009 - der etwas andere Geländelehrgang...

"Ü30 Geländelehrgang in Kamp Lintfort"

Zugegeben: etwas skeptisch schaute wohl ein jeder noch am Freitagabend bei dem Gedanken an einen Buschlehrgang bei diesem Wetter in den verregenten Himmel ...
Aber erstens kommt es anders als man zweitens meisten denkt und ausserdem sind Buschreiter nunmal hart im nehmen - auch wenn sie der Fraktion Ü30 angehören!
Und als der Wettergott am Samstag das Geschehen höchstpersönlich mit blauem Himmel segnete konnte eigentlich nichts mehr schief gehen, der herrliche Aussenplatz des Reitervereins Seydlitz Kamp mit Ebbe-Flut-System trotzt ohnehin allen Widrigkeiten - dort zu reiten war ein Fest, in jeder Hinsicht!

Grossen Beitrag zum guten Gelingen trug neben den grosszügigen Sponsoren ganz klar Ausbilder Karl-Heinz Nothofer, der mit seiner sympathischen und wohl typisch rheinländischen Frohnatur einfach für jeden Teilnehmer den richtigen Ton und vor allem die richtigen Anweisungen traf. Als es bei den ersten fröhlichen Bucklern manch eines ausgelassenen Pferdes dann in Millowitschem Klang tönte: "Jah! Dat is' doch jut so! Lasset raus - da is' doch Leben drin, so musset sein!" war eigentlich jeder mental angekommen - mitten im frohen Rheinland nämlich. Dieser angenehm tragende Unterton sollte das ganze Wochenende nicht verloren gehen und beseelte und motivierte Reiter und Pferde gleichermassen. Die bunt zusammengewürfelte Teilnehmerschar hatte ausser der ursprünglichen Grundvoraussetzung (Ü30 nämlich und zumeist Quereinsteiger) nichts gemeinsam und so hatte Karl-Heinz Nothofer das kleine grosse Kunststück zu meistern Stärken und Schwächen verschiedenster Reiter und Pferden gerecht zu werden - er meisterte es mit Bravour (merke: Ü30 Quereinsteiger sind eine besondere Spezies!), traf immer den richtigen Ton und liess manch einen über sich hinauswachsen. Zunächst mit Hilfe eines gut durchdachten Reihentrainings (einmal gucken - sechsmal springen!) und über einfache einladende Geländesprünge war der Überblick schnell verschafft und ein jeder wurde in der Folge gemäss individueller Voraussetzungen gefördert und gefordert. Letzteres wurde besonders deutlich als vereinzelte Rufe nach dem Sauerstoffzelt hartnäckig ignoriert wurden - und manch einer staunte bereits am Samstag beim abschliessenden entspannten Schrittausritt in das einladende Gelände was er und sein Pferd da eigentlich schon im Laufe einer einzigen Trainingseinheit vollbracht hatten. Dies ist um so mehr zu würdigen als es eigentlich für alle früh im Jahr das erste Aussentraining überhaupt war und gerade die unerfahrenen und jungen Pferde haben sicherlich eine Menge an neuen Eindrücken gewonnen und reichlich dazu gelernt.
Es versteht sich von selbst, dass das anschliessende Beisammensein im Reiterstübchen sich ausserordentlich fröhlich gestaltete - manch einer kannte so eine Stimmung eigentlich nur vom Aprés Ski - Buschreiter verbreiten so eine Stimmung das ganze Jahr!
Getreu dem Motto "Wer feiern kann, kann auch arbeiten!" sass die erste Gruppe dann am Sonntagmrogen bereits um acht Uhr früh wieder im Sattel, selbst der Regen konnte nun niemanden mehr beeindrucken. Dank der fleissigen Helfer des Reiterverein Seydlitz Kamp waren die festen Hindernisse auf dem Platz inzwischen umarrangiert worden, neue Elemente waren hinzugekommen und Karl-Heinz Nothofer baute in dieser zweiten Einheit logisch auf das am Vortag erarbeitete auf. Das Konzept war für alle Teilnehmer das selbe, die Anforderungen waren jedoch wieder fein auf die individuellen Leistungsstände abgestimmt. Zügiges Galopppieren und flüssiger Rhytmus über weite Wege waren ebenso gefordert wie gezieltes Anreiten aus der Wendung, Rittigkeit und gutes Gerittensein wurden abgefragt und wenn es mal haperte konsequent geschult.
Ein abschliessendes gemeinsames Mittagessen vom lokalen Catering Service vor Ort (die Ausrichter hatten wahrlich an nichts gespart!) direkt ins Reiterstübchen geordert war der perfekte Abschluss eines rundum gelungenen Busch-Trainingswochenendes - und wenn auch manch einer etwas müde und vermuskelkatert im Anschluss sein Pferd verlud um sich auf den Heimweg zu machen so hatten doch alle wieder eines erfahren und erleben dürfen:

Reiten macht Spass - Buschreiten jedoch ganz besonders!!

Unser Dank gilt den fleissigen Helfern des Reiterverein Seydlitz Kamp, den Ausrichtern der IVG Rheinland und natürlich den engagierten Sponsoren, die selber zumindest als Zuschauer allesamt mit von der Partie waren und ganz offensichtlich auch ihre Freude bei der Sache hatten - ein durch und durch gelungenes Event das jeden noch so weiten Anfahrtsweg wahrlich wert war!

... und ganz herzlicher Dank gebührt Stefan Naegele für seine grossartigen Fotos!                                                              
Fotos: Stefan Naegele           
 

der offizielle Lehrgangsbericht auf Vielseitigkeit-Online

Fotoalbum Kamp Lintfort mit reichlich sehenswerten Fotos von Stefan Naegele




24. Mai 2009: Silas wird Turnierpferd!

An diesem Wochenende stand also endlich unsere erste Dressurprüfung an - der erste Auftakt in die Turniersaison für mich seit ich vor fünf Jahren das letzte Mal mit Shannon unterwegs war. 
Mit etwas gemischten Gefühlen bin ich also an diesem Wochenende nach Wolbeck gefahren, meine Zweifel sollten gänzlich unberechtigt sein:
Unsere erste A-Dressur bescherte uns gleich eine 7,5 und damit den dritten Platz - ich war einfach überglücklich ob dieses "Durchmarsches" und kann mich nur bei Kristina bedanken für den souveränen Schliff den sie uns beiden so konsequent verpasst!
Das wahre "Aha!"-Erlebnis war dann aber meine "Angstprüfung", das E-Springen. "Angst" vor dem besagten "ersten" Hindernis nämlich. Ich hatte mich extra in LK6 herunterstufen lassen um meinem vermeintlich talentfreien Springpferd und mir überhaupt eine Chance zu geben. Dennoch beginnt auch das winzigste E-Springen stets mit einem ersten Hindernis...
und ganz offensichtlich habe ich meinem vierbeinigen Helden gewaltig Beine gemacht beim anreiten gerade auf diesen ersten Sprung - er galoppierte daher und wurde gross und grösser - und liess sich tatsächlich durch nichts irritieren - meine Erleichterung über diesen ersten gelungenen Sprung war so gross dass ich gedanklich eigentlich schon fertig war mit unserem E-Springen - bis mir dann ein guter Geist aus dem Parcours zurief ich sollte doch jetzt endlich mal die Wendung auf "zwei" sauber einleiten!
Das hatte Sinn, denn nachdem wir es nun über eins geschafft hatten sprach eigentlich nichts dagegen auch zwei ins Visier zu nehmen... auf zwei folgte drei und dann vier und beim anreiten auf sieben dachte ich beim mir:
Wer hätte das gedacht dass wir überhaupt so weit kommen?
Und zum letzten Sprung acht gab es nochmal die gesammelte Konzentration und Courage wie vor eins, denn nichts wäre schlimmer als jetzt beim letzten Sprung aus purem Leichtsinn zu glauben es liefe von allein und dann womöglich noch einen Steher einzukassieren!
Und als wir dann durchs Ziel galoppierten und die Ansage tönte:
"Dies war der letzte und fehlerfreie Ritt, zur Platzierung bitte einreiten alle Nullfehlerritte und folgende Paare mit vier Fehlerpunkten...", da war die Freude einfach grenzenlos!
Und wenn es auch nur ein "E" war - der "gefühlte Erfolg" hatte mal mindestens L-Niveau!
 


27. Juni 2009: Die erste gelbe Schleife...

Nachdem Silas und ich nun einige Mini-E Springen miteinander absolviert haben und der Bub sich in unserer gemeinsamen jungen Karriere dabei keinen einzigen Springfehler erlaubt hat war das Vertrauen offensichtlich hergestellt - aber doch nagte es an mir:
Stilspringen, egal ob Gelände oder Parcours, sind immer meine grosse Leidenschaft gewesen - nur was gut und harmonisch aussieht kann auch wirklich gut sein und macht Freude am Gelingen... So gern wollte ich nun auch mit Silas einmal in die Sphäre der "sicheren siebener Noten" vorrücken wie ich es mir mit Shannon seinerzeit so schön erarbeitet hatte. Nun ist Silas kein Shannon und Holsteiner Vermögen für sicheres L und mehr im Sinne von "ich mach das schon, selbst wenn du es vermeterst!" hat er sicher nicht - aber dafür fangen wir ja auch klein an. Und so bin ich heute mit dem festen Vorsatz nach Nienberge gereist einen konzentriert "stilbewussten" Ritt zu absolvieren. Als dann auch noch Freundin Melanie plötzlich auftauchte und wieder einmal das mentale und sachliche Management in die Hand nahm konnte eigentlich nicht mehr viel schief gehen...
Mit weit weniger Druck als sonst hab ich also den ersten Sprung angeritten und Silas schnurrte dahin wie ein Katze - Shannon Zwei! - da war es, dieses lang erhoffte "gute" Gefühl! Ich musste grinsen, grinsen und hatte von dem Moment an eigentlich nur noch Freude an unserem Ritt, konnte mich ganz auf einen hoffentlich sauberen guten Sitz konzentrieren und hab ihn machen lassen - so schön! Der Rhythmus trug uns dahin und als Silas nach dem letzten sauberen Sprung eine beseelte Sabine noch über ganze zwei Zirkelrunden fröhlich buckelnd über den Platz trug war klar: er hatte offensichtlich genauso viel Vergnügen an unserem gemeinsamen Unternehmen gehabt wie ich und zeigte es nun auch - mir lachte das Herz! 
Das "Tüpfelchen auf dem Tüpfelchen auf dem Sahnehäubchen" bescherte uns dann allerdings der Richter höchstselbst als er diesen "vorzüglichen Rhythmus und geschmeidigen leichten Sitz" hervorhob und das ganze mit einer unerhörten 8,5 segnete: da war die Freude einfach grenzenlos - wieder einmal!
So sind es eben doch die kleinen Dinge im Leben die die grösste Freude bereiten...
                                                                                                                                                                           
Foto: Melanie und die nagelneue Spiegelreflex!
Auf dass mir diese Freude an grossen Erfolgen in kleinen Springen noch lange erhalten bleibt - Danke, Silas! 

 
  
Senden, 5. Juli 2009: Lieben Dank an Melanie, die mit der neuen Spiegelreflex ganz zufällig immer grad dort auf Motivsuche aufzutauchen scheint, wo Silas und ich unterwegs sind - und ganz nebenbei scheint sie auch noch äusserst positive, geradezu "tiefenpsychologische" Wirkung auf uns zu haben:
immer wenn Mel da ist regnet es bunte Schleifchen für uns - liebe Mel, du bist ein Schatz!

             


19. Oktober 2009: Am letzten Wochenende ist Balahé vorübergehend in Münster eingezogen - es war die helle Freude dieses liebenswerte junge Pferd einmal ein paar Tage im intensiveren Umgang erleben zu können! Das grösste Vergnügen an diesem Arrangement hatte aber zweifelsohne Silas:
Damenheld, Beschützer und Führpferdeleitpferd in einem - er war begeistert und ging voll in seiner neuen Rolle auf!
Seit Fabrice damals regelmässig als Handpferd neben Shannon im Gelände und auf der Rennbahn trabte und galoppierte war ich neugierig herauszufinden, ob Silas sich ebenso als Führpferdeleitpferd eignet wie einst Shannon. Die Zündung ist bei Silas mitunter doch erheblich sensibler eingestellt ... Als Balahé nun da war bot es sich an, das junge Pferd auf diese Weise einmal artgerecht in eine neue Umgebung einzuführen - wenn sie schonmal hier war sollte sie auch gleich etwas dabei lernen.
Freund Tönne gab mir mein Stütchen am langen Halfterstrick an die Hand und los ging's:
Wir waren noch nicht ganz um die ersten Weiden herumgeritten, Balahé lief auf Anhieb dicht an Silas' Flanke mit, da stürmten die ersten Koppelpferde schon auf uns zu - eine etwas verschüchterte Balahé drängte sich noch etwas dichter an Silas heran und oben sass eine etwas gespannte Sabine die sich fragte, ob Silas sich nun von den tobenden Weidepferden inspirieren liess oder ganz den gelassenen Mann an der Seite der jungen Stute geben würde...
Silas blieb cool. Geradezu mustergültig gelassen, je mehr Tohuwabohu nun auf den weiteren Weiden folgte - und es folgte reichlich davon. Die Pferde auf den Koppeln steckten sich gegenseitig und mit grosser Begeisterung ob ihrer Aufruhr an. Dabei fragt sich übrigens wieso grasende Koppelpferde einen gewöhnlichen Reiter zwar ignorieren, jedoch gänzlich ausser Rand und Band geraten wenn man ein Führpferd mit sich führt...  
Je weiter wir Drei um die Koppeln herumritten desto selbstverständlicher marschierte Silas unter mir daher, die personifizierte Ignoranz gegenüber allem, was sich um uns herum abspielte und ganz und gar auf das junge Pferd neben sich konzentriert - ich war begeistert! Balahé hatte schnell Vertrauen an der Seite ihres grossen Beschützers gefunden und lief dicht neben uns her - beeindruckt, aber überzeugt - so soll es sein!
Ich sass auf meinem Silas und weiss nicht über welches meiner beiden Pferde ich mich mehr gefreut habe:
über eine Balahé, die mit ihren zwei Jahren noch gar nichts von der grossen Welt kennt und so einfach und unkompliziert nebenher marschierte, auch wenn neben ihr die Erde bebte, oder über meinen Silas, der gern die Gelegenheit zur freudigen Inspiration nutzt und in die Luft springt, aber hier ganz offensichtlich mit grosser Ernsthaftigkeit den erfahrenen Beschützer in Vorbildfunktion abgab...
Ich war so stolz und strahlte übers ganze Gesicht als wir zum Stall zurückkamen wo Freund Tönne mir Bálahé wieder abnahm. Tönne hatte genauso Spass an dieser Demonstration artgerechtester Jungpferdeausbildung und meinte grinsend:
"Ich weiss gar nicht was du hast - SO muss das schliesslich sein, und nicht anders!" ... sprach's und ward mit Balahé im Stall verschwunden. Zurück blieb eine beseelte Sabine auf einem entspannten Silas.
Es sind eben doch die kleinen Dinge, die stets die grösste Freude bereiten und so richtig unter die Haut gehen.    
Unbezahlbar.


                                                                                 
                                                                                                               
Silas im April 2010

14.6.2011

Mit Wehmut im Bauch habe ich heute abend La Jeanne nach Warendorf gefahren. Dort wird sie in allerbersten Händen als Dressurpferd gefördert. Nachdem Silas im letzten Sommer verletzungsbedingt zur nachhaltigen Rekonvaleszenz in einen Offenstall umgesiedelt ist war es selbstverständlich, dass Jeannie bis zu Silas' Rückkehr seinen Platz hier in Münster einnahm und meine uneingeschränkte "Nummer Eins" in jeder Hinsicht war und wurde. Und was hat das Pferdchen in dieser Zeit nicht alles gelernt und mit mir unternommen!
In der ersten Juniwoche habe ich mit Jeannie als krönenden Abschluss unserer gemeinsamen "Ausbildungszeit" an einem ganzwöchigen Vielseitigkeitslehrgang bei Martin Plewa in der Westfälischen Reit- und Fahrschule teilgenommen. Diese Woche wurde wie erhofft zu unserem absoluten Jahreshighlight - ich habe mich in Jeannies Qualitäten als potentielles Buschpferd in Hinsicht auf Geist und Einstellung nicht getäuscht und der "Meister" wurde nicht müde sie Tag für Tag auf's Höchste zu loben:
Coffin und überbaute Gräben, Tiefsprünge, Billard und Wasser mit diversen Ein- oder Aussprüngen - Jeannie packt einfach alles auf Anhieb an und absolvierte zum krönenden Abschluss komplette Buschkurse mit einer Gelassenheit und Souveranität, es hat mir ein nachhaltiges Strahlen ins Gesicht und unglaubliche Befriedigung in den Bauch gezaubert - so muss Reiten sein!
Und wenn es sich dann noch um ein selbst gezogenes und selbst ausgebildetes Pferd handelt ist das Glücksgefühl nur um so schöner!
Aber wie das so ist:
jedes Ding hat seine zwei Seiten.
Silas ist endlich wieder in Münster eingezogen und zwei Pferde in Dauerberitt und Ausbildung geht nunmal nicht. Silas ist und bleibt meine Nummer Eins, der zweite Shannon eben, und er verdient sich diesen Status Quo jeden Tag aufs Neue - ein Pferd das täglich Freude bereitet und in seiner unbeschreiblichen "Menschprägung" mit jedem Grummelwiehern mitten ins Herz trifft. Diese Disziplin beherrscht er wahrlich aus dem Eff-Eff und in jeder Stimmungslage:
als ich Jeannie heute abend aus dem Stall holte um sie zu verladen war es Silas, der vorwurfsvoll wiehernd zurückblieb, hatte er doch erwartet ich sei gekommen um die beiden zu ihrem gemeinsamen allnächtlichen Weidegang in trauter Zwiesamkeit auf die Wiese zu bringen... Und ich bin sicher:
hätte Jeannie gewusst dass sie heute abend nicht mehr mit nach Hause zurück kommt wäre sie sicher kaum so selbstverständlich mit mir auf den Anhänger spaziert.
Mitten ins Herz eben.      


4. März 2012

Fabrice ist in Münster eingezogen und die grösste Freude an diesem Ereignis hatte wieder einmal Silas. Silas ist auch der Grund, weshalb Fabrice nach acht Jahren erstmals den Hof Altepost verlassen und vorübergehend ihre "Stadtwohnung" in Münster bezogen hat.
Nachdem Fabrice im letzten Jahr in einen hartnäckigen Rossestreik getreten ist, dem auch mit aller Chemie und Mediaktion nicht beizukommen war, sollte in diesem Frühjahr die stärkste aller Waffen, mein Herzensbrecher Silas, die Sache in die Hand nehmen. Wie nicht anders zu erwarten war Silas begeistert und machte sich sogleich daran, die neue Herausforderung zu  meistern - die Bilder sprechen für sich!

           


           


                                                               


                                                                


                                                                


                                                                



22.7.2012

               Morgensonne auf der Pferdekoppel - Silas, Bunny und Fabrice
                      



                                                           



                                             


11.2.2013

Heute ist die Luzifee (Rarität, Fannie Mae's Tochter von Rohdiamant) hier in Münster eingezogen um mit ihren dreieinhalb Jahren nun auch das Reitpferdedasein zu erlernen. Es war klar, dass Silas seine neue kleine Freundin ganz sicher euphorisch begrüssen würde, und er hat mich nicht enttäuscht:
Die Fotos zeigen mit welcher Lebensfreude Silas die Luzifee willkommen heisst und er hat keine zwanzig Minuten benötigt, da stand sie auch schon bächerossend vor ihm... Silas ist einfach der personifizierte Damenheld und meine grösste Unterstützung bei der Arbeit mit den jungen Stuten!
Ich freue mich auf die kommenden Wochen mit der kleinen Luzifee und bin sicher, Silas wird wieder das Seine dazu beitragen dem jungen Pferdchen das Leben und Lernen leicht zu machen. Heute hat er, wie nicht anders zu erwarten, bereits den grössten Bann gebrochen und das aufgeregte junge Pferd ruck zuck in seiner neuen Heimat eingeführt. Als ich die beiden heute nachmittag von der Wiese holte war die Luzifee bereits unzertrennlich von "ihrem" Silas...       

                          


                                                             




                                                                                              

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