Otik Counter

                                       Morris * 18.1.2021
 

    Easy Game Trak. *2013
  Millennium *2008  
    Merle Trak. *1994
Morricone Oldbg *2012    
    Rubin Royal Oldbg. *1996
  Hartima Oldbg. *2007  
    Hartina Oldbg. *2000
     
    Florestan Rheinl. *1986
  Fidermark Westf. *1992  
    Watonga Hann. *1985
Fannie Mae Rheinl. *2003    
zweifache Hengstmutter   Frühlingsball Westf. *1970
  Feodora Rheinl. *1991  
    Rebecca Rheinl. *1980
     
    Hann. Stamm Nr. 367 nach Schridde
Riccione, Marmor, Bogenschütze u.a.

           
                           
                     
 

Mutterstamm:

Mutter Fannie Mae war Prämienfohlen a.d. Fohlenschau Heinsberg, Juli 2003 - Silbermedaille
SLP Telgte, 13. Juni 2006 - Platz 2/21, Wertnote 7,97
Einzelnoten: Trab 8,0  Galopp 8,5  Schritt 7,5  Rittigkeit Richter 8,0  Rittigkeit Fremdreiter 8,5  Freispringen 7,5
Eintragung in das Hannoversche Hauptstutbuch, 11. August 2011 - Einzelnoten u.a. dreimal die 8, darunter für ihren hervorragenden Schritt - die verdiente Anerkennung im Hinblick auf ihr überdurchschnittliches SLP-Ergebniss, dessen unangebrachte Schrittbeurteilung sie seinerzeit den überlegenen Sieg in dieser Prüfung mit einer Gesamtnote deutlich über 8 gekostet hat.

Fannie Mae (Hengstmutter) ist die fünfte von 5 Vollgeschwistern von Fidermark, die alle mit der Fohlenprämie ausgezeichnet wurden, darunter Auktionsfohlen.
Vollbruder Fair Play*2002 Rheinischer Reitpferdechampion 2005
Vollschwester Fabrice*1998 FN Leistungsstutbuch C -Nachzuchterfolge-
SLP Telgte Platz 1, Wertnote 8,39 Einzelnoten: Trab 8,5  Galopp 8,5  Schritt 8,0  Rittigkeit Richter 9,0  Rittigkeit Fremdreiter 8,5  Freispringen 8,0.
Detaillierte Infomationen zu der sporterfolgreichen Nachzucht aus Fabrice finden sich auf ihrer Seite.
Vollschwester "Miss Feeny" (Auktionsfohlen) ist Mutter zu Fantastic Sommertänzer von Samarant, 5-jrg Bundeschampionat Drpf, 6-jrg M-Drs gewonnen Vollschwester "Miss Feeny" ist Mutter zu Fantastic Snoop Dog von San Amour (Heiner Schiergen), St.Georg Special gewonnen, Intermediare-I 2.
Vollschwester "Miss Feeny" ist Mutter zu Fantastic Sugar Candy von San Amour, Dressurpferde A gewonnen, Dressurpferde L platziert.
sowie Ripito L von Riccione a.d. Piroschka von Pit a.d. Feodora von Frühlingsball, M-Dressur, DrPF M intl/LUX
Detaillierte Informationen zum Ursprung und weitergehenden Stutenstamm finden sich auf der Seite Stutenstamm.

Nachzucht Fannie Mae:
01.Februar 2007 - Hengstfohlen von Sir Donnerhall - "Sansibar" gekörter Hengst (Paul Schockemöhle, aktuell Helgstrand Dressage), mehrfacher S-Sieger
11.April 2008 - Stutfohlen von Sir Donnerhall - Sawadee (verkauft, Ndl.)
06.Juni.2009 - Stutfohlen von Rohdiamant - Rarität (Riva) - verkauft als Zuchtstute
05.Mai 2010 - Hengstfohlen von Real Diamond - Rialto Venice (verkauft, Reitpferdeprüfung und Dressurpferde A erfolgreich)
12.April 2011 - Stutfohlen von Don Schufro - Deauville - eigene Aufzucht, gedeckt (Zampano), Dressurpferde A gewonnen, Dressurpferde L 3.
24.März 2012 - Hengstfohlen von Don Schufro - Dago (verkauft)
17.März 2013 - Stutfohlen von  Rock Forever - Rapunzel (verkauft, Aufzucht auf dem Hof Altepost)
20.März 2014 - Hengstfohlen von Rock Forever - Rasputin (verkauft in Hengstaufzucht, gekört)
09.März 2015 - Hengstfohlen von Elton John - E.J. Junior verkauft, Reitpferdeprfg gewonnen, Dressurpferdeprüfung platziert
16.Februar 2016 - Hengstfohlen von Diatano - Dubai (verkauft in Hengstaufzucht)
26.Februar 2017 - Stutfohlen von Bencio - Butterfly - eigene Aufzucht, angeritten und gedeckt Sommer 2020
12.Februar 2018 - Hengstfohlen von Benicio - Kunterbunt (verkauft in Hengstaufzucht)
2019 tragend von Benicio - verfohlt
27.Januar 2020 - Stutfohlen von Benicio - Ein zauberhaftes Bienchen - eigene Aufzucht
17.Januar 2021- Hengstfohlen von Morricone - Morris


Gedanken zur Hengstwahl: warum Morricone?

                                               
 
   
   
   
   
   
   
Neun Tage vor dem ausgezählten Termin brachte Fannie am Montagabend ihr Hengstfohlen zur Welt. Mit Ansage, und doch unter Umständen, wie sie für Fannie nicht üblich sind. Die routinierte brave Stute bringt ihre Fohlen gern im unbewachten Augenblick ruckzuck, allein und gänzlich unkompliziert zur Welt. Bei Morris war es anders. Kopf und Vorderhufe waren zunächst nicht eindeutig greifbar und Fannie tat sich schwer. Der Tierarzt war schon auf dem Weg, als das Fohlen zuguterletzt doch noch mit Vorderfüssen und Kopf passig vorweg seinen Weg in die Welt fand. Dennoch war Fannie von der Rolle, unzufrieden und unruhig.
Das sind dann die Momente, da leidet man mit und fragt sich, was man tun kann.
Abmelken und das offensichtlich wohlbehaltene Fohlen im Stroh erstmal in Ruhe kontrolliert aus der Flasche saufen lassen, alles weitere musste sich finden.
Mutter und Kind waren wohlauf, Fannies Laune besserte sich nicht wirklich. Kurzfristig sorgte Stutenfee Ingrid dafür, dass die Nachbarbox  leer wurde und Fannie ihre Ruhe hatte. Dennoch machte sie es ihrem Sohn schwer, überhaupt allein ans Euter zu finden. Stutenfee Ingrid war not amused. Ich auch nicht.

Der grosse Sohn wurde mit einem putzigen Schlappohr geboren. Eines der Vorderbeine hatte offensichtlich im Stutenbauch über dem Kopf gelegen, das dürfte auch der Grund für den zunächst nicht unkompliziert startenden Geburtsvorgang sein. Ganz vor allem erklärt es den Stelzfuss vorn links, der mir noch im Stroh liegend sogleich auffiel. Die linke Beugesehne war durch die unnatürliche Lage des Beinchens etwas verkürzt, links mehr als rechts.
Stelzfuss im Winter also, das war eine echte Herausforderung!  
 
   
   
   
   
   
Stutenfee Ingrid und ich hatten den Plan sofort generalstabsmässig zur Hand:
dreimal täglich Pflasterlaufen, und jeden Tag eine Kerze anzünden, dass das Wetter dies bei einem neugeborenen Fohlen auch erlaubte ...
HomeOffice sei Dank sass ich also morgens um sechs bereits am PC. Mit dem ersten Tageslicht stand dann der erste Pflastergang bei Niesleregen auf dem Programm. Da mussten wir durch. Der kleine Mann ganz besonders. Ich zog mit der routinierten Fannie im Trabe vorweg, Stutenfee Ingid sorgte dafür, dass das Fohlen hinterherkam. So joggten wir mehr schlecht als recht am ersten Tag über die Strasse und um den Hof herum, morgens, mittags und abends vor Einbruch der Dunkelheit ein letztes Mal. Die Kunst war, das Fohlen in flottem Gang zu halten, der Druck muss gezielt auf den Huf und das geht am besten im Trabe. Zehn bis fünfzehn Minuten, mehr gab die Kondition nicht her. Meine nicht, und die des jungen Fohlens ohnehin nicht. Im Stall fand ich dann zurück zur alten Tradition des Strohwisches:
Fohlen trockenrubbeln! Das liess er sich gern gefallen.
 
   
   
   
   
   
Am zweiten Tag hatte Morris raus, dass traben und galoppieren auf dem Grün des Strassenrandes sehr viel angenehmer als auf dem harten Pflaster war. Der weiche Boden kam dem Stelzfuss natürlich entgegen, aber das war nicht der Sinn der Sache. Also verlegten wir Trabtouren über die Hofzufahrt bis in den gepflasterten Innenhof und zurück. Hin und her ... Der Anspruch wird nicht geringer, weil die Strecke verkürzt ist. Man joggt im Kreis ... Fannie immer auf Zack nebenher. Brave Stute!  
   
   
   
   
   
Tag drei und der junge Mann verlor sich erstmals im grossen Feld gegenüber der Hofeinfahrt. Grosse Galoppsprünge jott weh deh ... Stutenfee Ingrid hatte ihre Not hinterher zu kommen, Fannie piaffierte und galoppierte auf der Stelle an meiner Seite - aufgebrachte, brave Stute! Gut hundertfünfzig Meter Richtung Horizont und Morris realisierte, dass irgendetwas nicht stimmte. Wie Hengstfohlen so sind - man sieht selbst aus der Ferne, wie die Schaltkreise im Kopf noch mechanisch angestossen werden müssen ... Langsam, ganz langsam drehte er bei und überlegte ... Oho! -klick- Muttern! -klick-
Die stand derweil noch immer neben mir und galoppierte aufgebracht aber gehorsam auf der Stelle. Jede andere Stute hätte sich losgerissen und wäre hinter dem Fohlen hergejagt. Verständlich. Fannie hat Routine und Kultur. Nach vierzehn Fohlen, davon die letzten sieben vom ersten Tag an immer im Wald unterwegs, da ist uns in den letzten Jahren desöfteren mal um die Bäume was ausser Sicht und verloren gegangen. Solange sie ihr Fohlen auf dem freien Feld noch im Blick hatte, konnte ich sie gut bei mir halten. Routine schult. Ich war meiner Fannie sehr dankbar.

Mittlerweile hatten die Schaltkreise -klick!- in Morris' Kopf für eine Reaktion gesorgt und der Bub kam mit grossen Sätzen zurückgeflogen, Stutenfee Ingrid hinterher ... In einigen Tagen werden wir darüber lachen können. Aktuell ist es nicht das, was wir wollen. So schön es ist, dass das Fohlen guter Dinge und auf weichem Boden geradezu flugzeughaft unterwegs ist - der Bub soll sich auf hartem Boden üben.
Also zurück in den Innenhof, trab auf, trab ab. Zehn Minuten Sequenzen sind genug, aber die müssen es auch sein. Physiotherapie will häufig, aber eben in gesund belastendem Mass geübt sein.   
 
   
   
   
   
   
Als ich an diesem Morgen in den Stall kam, stand der kleine Morris erstmals mit einem steilen aber glatten 90° Winkel auch auf dem linken Vorderfuss in der Box und sah mir erwartungsvoll entgegen. Ich war überglücklich! Unsere konsequente Arbeit zeigte Erfolg! Weshalb wir uns und ihm den Luxus erlaubten, heute erstmals ausgiebig auf der Heuwiese zu toben. Das Fohlen feierte die grenzenlos einladende Fläche auf seine Weise mit riesigen Galopptouren. Fannie war zufrieden. Sie hatte den Kopf ins Gras gesteckt und grummelte wiehernd-grasend vor sich hin. Stutenfee Ingrid und ich standen lächelnd dabei und besahen uns das Schauspiel. Der Rückweg in den Stall gestaltete sich erneut kreativ. Der kleine Morris war von der grossen Weite auf der Heuwiese so beflügelt, dass die Schaltkreise erneut durcheinander gerieten. Kaum drehten wir bei Richtung Stall, galoppierte Morris in weiten Sätzen über die Heuwiese davon. Man ahnt es:
Stutenfee Ingrid hinterher, Fannie piaffierte neben mir auf der Stelle. Kaum hatte Ingrid das Fohlen erreicht und in die passende Richtung geschubst, nahm Morris gedankenverloren Blickkontakt mit Fannie auf -klick!- überlegte -klick! - drehte in Zeitlupe bei - klick! - und war schon wieder in entgegengesetzter Richtung auf und davon. Ich weiss nicht, wer von uns beiden am Ende mehr Kilometer auf der Uhr hatte, Ingrid oder ich. Als das Fohlen endlich zufrieden und müde über die Strasse hinter uns her trottete orakelten wir beide: wenn der waldgängig wird, bekommt er ein Halfter mit Telefonnummer um, das wird er wohl brauchen ... .

Ein paar Tage noch Pflastertraben, dann dürfte der Bub über den Berg sein und endlich der gewohnte Fohlenalltag seinen Lauf nehmen:
Heuwiese und Wald!
Ich kann es kaum erwarten! 
 
   
Vier Tage dreimal täglichen Pflastertrabens hat es gedauert, dann stand Morris auf solidem Fundament. Eine Menge Schweiss und Mühe für alle Beteiligten und ich bin meiner Stutenfee Ingrid sehr dankbar, dass sie sich so konsequent mit mir um das Fohlen gekümmert hat.  
   
Ein Stelzfuss zur Geburt ist kein Problem, wenn man sofort und konsequent daran arbeitet. Dennoch landen drei von vier solcher Fohlen gerade um diese Jahreszeit wohl in Telgte auf dem Tisch. Nicht jeder hat die Möglichkeit, sein Fohlen auf festem Boden so zu therapieren.  
   
Als ich mittags auf den Hof gefahren kam, sass Ingrid auf dem grossen Traktor um Futterballen einzufahren. Fannie kam gelassen mit mir aus dem Stall und besah sich das knatternde Schauspiel entspannt. Kaum war klein Morris aus dem Stall getreten, erlag er der Faszination des riesigen Krachmobils: Oho! Trecker!
Jungen eben, möchte man denken. Energisch nahm er Fahrt auf und trappelte hinter dem Trecker her. Immerhin: Pflastertrappeln!
Das ging so weit, dass er das langsam aber eben doch fahrende Gefährt in aller Ruhe seitlich umrundete und die kleine rote Nase gefährlich nah an die rollende Maschinerie reckte. Ingrid blieb nichts anderes übrig, als ihre 500 PS anzuhalten um das eine PS, das schon wieder alles andere um sich herum vergessen hatte, energisch vom Traktor wegzuschieben. Vorsichtshalber wartete sie dann ab, bis wir drei vom Hof verschwunden waren, bevor sie den Fendt wieder in Arbeit nahm. Man konnte ja nicht wissen was passiert, wenn Morris -klick!- erneut beidrehte und sich an dem grossen Gefährt verlor ...  

Erstmals marschierten wir dann über die Heuwise und nahmen Kurs auf den Wald! Morris war begeistert, tobte in grossen Galoppkurven vorweg und stand schliesslich sichtlich beeindruckt am Waldrand.
Ich konnte es förmlich hören, wie eine ganze Reihe von Doppelklicks durch das verdutzte rote Köpfchen schossen ... Morris hupfte bedächtig durch die kleine Senke und entdeckte Bäume, Böschungen und Baumstümpfe und eine völlig neuen Topographie:
auf und ab!
Klettern!
Es sollte eine völlig neue Erfahrung für den unerschrockenen jungen Kerl werden. ...
 
   
   
   
Tribut an Fannie!
Wie dankt man einer braven Stute in dieser Jahreszeit vierzehn Fohlen?
Jeden Tag ins satte Gras - Stutenglück!
 
   
   
31.1.2021
     
Sonntagmorgen, Kaiserwetter! Bodenfrost und windstille knackige Kälte. Ein perfekter Tag für reichlich Fohlenbesuch!
Freund und Pferdeflüsterer Tönne war schon früh zur Stelle, da war ich noch mit Scheiben kratzen beschäftigt ...
 
     
   
     
   
     
   
     
Morris ist dreizehn Tage alt und hat sich gewaltig entwickelt! Kraftstrotzend und übermütig, den Weg zum Wald kennt er genau. Wenn er aus dem Stall kommt fegt er sogleich mit Verve um die Ecken und trabt selbstbewusst die Strasse entlang bis zur ersten Böschung. An der kann er nur selten einfach vorbeitraben, da muss er hochspringen und hüpft dann auf dem schmalen Waldrand nebenher bis zum Feldweg. Dort gibt es kein Halten mehr und er fliegt bockend davon. Nicht selten landet er hier erstmals mit Schmackes auf dem Hintern, weil er bei seinen Kapriolen zwangsläufig auf nassem Boden ausrutscht. Wenn ihm das die ersten paar Tage passierte, trabte er die nächsten Minuten etwas eingeschüchtert dicht an Fannies Seite nebenher, bevor er den Boden erneut zum Spurt antestete. "Schüchtern" jedoch ist schon seit einigen Tagen nicht mehr. Spätestens mit Erreichen des Heidebodens, der auch bei Nässe oder Frost gut trägt, ist er in riesigen Sätzen auf und davon. Wenn man ihm aus der Ferne dabei zusieht denkt man unversehens, irgendwann muss er abheben ...
 
 
   
   
   
   
 
   
Wir spazieren derweil gelassen mit Fannie Richtung Wald, irgendwann kommt Morris von hinten angeflogen und springt die Böschungen hoch zu den ersten sagenhaften Spurts durch den Wald und um die Bäume. Von diesem Bild kann ich einfach nicht genug bekommen! Es gibt nichts schöneres, als ein junges Fohlen ausgelassen in Hochgeschwindigkeit um die Bäume brausen zu sehen, meist endet der berauschende Slalom dann in einer ebenso berauschenden Galopptour durch das tiefer liegende Brachland, mit hohen Sätzen über die Grasbüschel. Mit seinen knapp zwei Wochen im tiefsten Winter dürfte Morris das am besten konditionierte und vor allem flug- und springfesteste Fohlen seines mitteleuropäischen Jahrgangs sein. Dreimal am Tag eine solche Tour macht jetzt schon einen echten Sportler aus dem knackigen Kerl. Muskelpack und "Fannie Sahne" gibt reichlich her ...  
   
   
   
   
   
   
   
     
1.2.2021

Morris ist verkauft - Eine Geschichte von harten Preiskämpfen und den Kosten fehlenden "Blings"!

Mein Plan war, Morris anlässlich der kommenden Westfalen-Online Fohlenauktion im März vorzustellen, sollte er bis dahin nicht verkauft sein. Morris wäre das erste Fohlen, bei dem ich bewusst einmal das Risiko einer Auktion eingehen wollte. Eine Idee, die durchaus auch ihren Reiz gehabt hätte. Doch meistens kommt es anders als man denkt.

Ob Morris nun trotz oder wegen seiner väterlichen Abstammung an diesem Wochenende so zügig seine künftige Heimat gefunden hat, bleibt dahin gestellt. An Millennium scheiden sich nunmal die Geister, selbst in zweiter Generation noch. Das akzeptiere ich gern. "Da haben der Fidermark und Frühlingsball wohl doch das ihre dazu getan!", lautete dann auch der entsprechende Kommentar nach der kritischen Fohlenbeschau, und natürlich hat mich das gefreut. Fannie Mae.
Die denkwürdige Aussage sollte dann den Beginn eines harten Preiskampfes markieren, der mit knallharten Bandagen geführt wurde und gewichtige Argumente aller Beteiligten forderte.

Ich hatte so meine Vorstellungen und war stur. Der Konter folgte prompt:
"Das ist aber ein Fuchs und kein Schwarzer! Da musst du mir schon etwas entgegen kommen!"
"Rot ist das neue Schwarz! So steht es auf eurer Webseite, also erzähl' mir nichts von Rappen!"
"Da steht: Fuchsbunt ist das neue schwarz! Morris ist aber schlicht und nicht bunt!"
Touché.

Passiert mir nicht oft, dass man mich mit meinen eigenen Worten schlägt ... 
"Fuchsbunt" hatte ich besagter Webseite seinerzeit tatsächlich höchstselbst ganz genau so in den Text formuliert.
Da war nun guter Rat teuer. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Sollte der fehlende Bling des kleinen Morris mich tatsächlich ein monetäres Zugeständnis kosten?
Heisst es nicht immer: ein gutes Pferd hat keine Farbe?

Weiter war ich mit meinen Grübeleien noch nicht gekommen, da flog mir auch schon der nächste Konter entgegen:
"... und Fannie muss dieses Jahr wieder zu Benicio gehen! Die geht nicht nochmal zu 'nem anderen Hengst!"
Das war forsch. Ich sollte mir des fehlenden Blings wegen nun auch die gewohnte Selbstbestimmung künftiger Anpaarungen abkaufen lassen?
Es war in der Tat ein zähes Ringen, bis wir uns handelseinig wurden.

Und so kommt es nun, dass Morris wider Erwarten -trotz oder wegen der Abstammung- Fannies fünfter Sohn ist, der zur Hengstaufzucht in Wettringen einziehen wird. Die brave Fannie Mae geniesst grosses Vertrauen. Das ist nicht selbstverständlich und natürlich freue ich mich sehr darüber!
Ob sie dann überhaupt aufnimmt später im Jahr, wird man sehen. Ein weiteres Winterfohlen mit dreimal täglicher Waldbespassung bis zum Weidegang wird es ganz sicher nicht mehr geben. HomeOffice hin oder her. Diese zusätzlichen Spritkosten hatte ich vorsichtshalber gleich in der Preisvorstellung mit draufgeschlagen.
... und ob Mathieu sich bewusst ist, dass die eingehandelte Anpaarung von Fannie an Benicio für's nächste Mal bereits ein ausserodentlich "blingträchtiges" Argument zu meinen Gunsten in sich birgt? Butterfly und Kunterbunt lassen leuchtend grüssen. Da musste ich dann schon wieder herzlich lachen.

Pferde züchten ist mitunter einfach schön!
 


9.2.2021                                                                                   Morris im Winterwunderland!
  

 
                  




      



Zwei Tage eingeschneit und nichts ging mehr im Münsterland. Heute konnte ich den Kia Dank freundlicher Nachbarschaftshilfe freischaufeln und das gute Stück sprang bei minus 9° sogar an!
Morris und ganz besonders Fannie empfingen mich mit erwartungsvollem Wiehern im Stall. Ich war ganz gerührt ...

In dicken Schneestiefeln stapften wir los Richtung Wald. Die brave Fannie war fassungslos und wieherte besorgt Richtung Stall. Sowas hatte sie noch nie erlebt!
Ich auch nicht! Jedenfalls nicht im Münsterland ...

 
 
   
 

Ich versank stellenweise neben dem Pferd in den Schneewehen während ich Fannie überredete, brav weiter mitzukommen. Bis zum Waldweg, dann hatte sie sich wieder beruhigt. Das lag vermutlich auch daran, dass Morris inzwischen aufgeregt nicht mehr hinter, sondern nun vor uns herumsprang, durch die Böschung und Schneewehen hüpfte und ganz und gar aus dem Häuschen war - die helle Freude, dem Fohlen beim Schneetoben zuzusehen!

Als wir nach einer gefühlten halben Stunde an unserem Waldrand angekommen waren, kämpfte ich vorübergehend mit Schnappatmung.Was für ein Gewaltmarsch durch die Schneeverwehungen!
Fannie trugs mit Fassung und Morris war auf und davon! Ganz und gar aus dem Häusschen flog das Fohlen durch den Wald, über die eingeschneiten Wiesen und die Felder. Ich hatte tatsächlich ein paar Freudentränchen im Auge. Schöner geht einfach nicht - Lebensfreude pur!


                 

Mit Mühe kramte ich das Handy aus der Tasche und kniete mich halb neben, halb unter Fannie, um das Fohlen einmal im rundum-Zirkus zwischen ihren Beinen hindurch aufzunehmen. Nicht ganz einfach, dabei nicht umzukippen und ich danke meiner Fannie, dass sie so brav stehen blieb. Die Fotos sind heute nur schmückendes Beiwerk. Die beiden kurzen VideoClips sprechen für sich selbst:
 
 
   Morris im Schnee 1 

 Morris im Schnee 2 
Videoclips anklicken

 
 
   


 
 
13.2.2021

Mit Lukas und Philip unterwegs - Foal Eventing Part I

                                          



                                           
                                    
Mit seinen knapp vier Wochen hat Morris schon allerhand erlebt und kennt die Gegend um den Hof wie kein Zweiter. Eigentlich.
Heute haben wir neue Welten erkundet und Morris war ganz und gar inspiriert:
Tiefsprünge üben!

            

Diese beeindruckende Böschung mit dem Graben darunter hat er dann aber doch wohl etwas unterschätzt ... Mit knapp vier Wochen ist ein Drei-Sterne Event noch ein grosser Anspruch beim täglichen Foal Eventing!
Es war ein Bild für die Götter, wie der mutige kleine Muskelprotz sich aus dem Tiefschnee wieder freistrampelte!
Nachdem er sich eine weisse Nase geholt hatte, liess er es auf dem Rückweg nochmal richtig knacken!


                                                



                                                
                                                                  Drei-Sterne Tiefsprünge muss er noch üben, hochweit geht aber schon richtig gut!

                                          

                                                 



28.2.2021

Mit Lukas und Philip unterwegs - Foal Eventing im Grünen!


                                                


"Natürlich kommen wir am Wochenende wieder mit dir zu den Fohlen!", und ich hatte mich so gefreut, als Philip und Lukas ihren Besuch ankündigten!
Es sollte der krönende Abschluss zweier erfüllender Urlaubswochen werden, Kaiserwetter und jeden Tag mit den Fohlen unterwegs - der schönste Februar überhaupt! Es kam der Sonntagmorgen und das Münsterland lag im Nebel verborgen - ich war totunglücklich. Das sollte nun unser letzter gemeinsamer Fohlentag werden im tiefen Grau?
Doch einmal mehr kam es anders als gedacht, einmal mehr erwies die Ems sich als zuverlässige Wetterscheide. Die Sonne brach sich ihren Weg durch die Wolken und als Philip und Lukas auf den Hof rollten, war das Wetter wie bestellt: Kaiserwetter! Mit lachte das Herz!

Die Buben waren zügig zum Fohlenkuscheln in Carlys Box verschwunden, na klar! Fannie und Morris wieherten und polterten jedoch bereits ungeduldig in der Nachbarbox. "Alle da!" hiess das, "jetzt aber endlich los!" Und ich konnte Fannie so gut verstehen. Seit ein paar Tagen gehen die vier auch gemeinsam auf die Weide, aber das ist nichts im Vergleich zu dem satten Grün, das inzwischen unten in den Waldwiesen steht. Selbst Fohlentoben ist auf der Wiese nicht vergleichbar.


                                                


Wenn Fannie beim Waldgang die Nase im Grün versenkt, hat sie Morris weitestgehend vergessen. Das weiss auch der Bub. Sparflamme auf der Wiese, explosives Gemisch im Wald! Wieso das so ist, ist mir immer noch ein Rätsel. Die Fohlen gehen im Wald völlig anders ab.
Und Morris hatte gut aufgepasst. Spätestens seit Lukas und Philip dazugekommen waren, war klar, dass es jetzt in den Wald ging. In seiner grossen Ungeduld hatte der kleine Morris tatsächlich die Halfterkette schon vom Haken geholt!
Zugegeben, da hatte der Zufall sicher die grössere Rolle gespielt, dennoch war die kleine Geste einfach putzig.


                                                 


Höchst vergnügt zogen wir dann mit unserem Stuten- und Fohlenquartett vom Hof Richtung Wald. Allerbeste Stimmung!
Morris war in Bestform! Ganz so dicht wie die Tage zuvor traute er sich heute nicht an die kleine Diva heran. Möglicherweise war er aus Schaden klug geworden, der Zwerg hatte ihm bereits einmal nachdrücklich klar gemacht, dass gucken zwar erlaubt, aber anfassen noch immer verboten sei.    
Während Philip mit Carly und dem Zwerg im Wald verschwand, graste Fannie selbstvergessen an Lukas' Seite im Grünen. Morris liess sich nicht lange bitten, bockte, sprang und tobte durch das Brachland - und wie er tobte! Immer weiter zog er dann seine Kreise bis in den Wald hinein, dabei stets ein kecker Blick Richtung Kampfbiene. Was für ein Matcho!


                                                 



                                                    



                                                 



                                                 


20.3.2021

Man muss die Feste feiern wie sie fallen - Fohlenparty im Wald!

Samstagmittag, und eigentlich sollte es ein graues Wochenende werden. Wir hatten uns dennoch zum Fohlenspaziergang im Wald verabredet und nutzten die Gunst der Stunde: die Sonne hatte sich vorübergehend durchgesettzt! Und wie das so ist, wenn der Lauf der Dinge seine eigene Dynamik entfaltet: es sollte eine echte Fohlenparty werden!

Der Plan war, das zauberhafte Benicio-Fohlen meiner Stutenfee mit seinen acht Tagen einmal gebührend in Szene setzen und sowas klappt am besten, wenn man mit der Mutterstute nicht ganz allein unterwegs ist. Da traf es sich gut, dass Fannie und Carly jeweils ihren eigenen FanClub zu Besuch hatten. Erstmals waren Marie und Kris und auch Familie Philip zeitgleich angereist! So kam es, dass genügend helfende Hände für alle Pferde da waren und wir mit drei Fohlenstuten gleichzeitig losziehen konnten. Ich hatte die Hände frei für die Kamera.

                                               

Marie und Kris zogen unbekümmert mit Fannie und Morris vorweg, Familie Philip erlag ganz und gar dem Charme der kleinen Diva und ward mit Ankunft im Wald kaum noch gesehen, man hörte es nur noch dann und wann jauchzen. Mitunter sah man ein braunes Fohlen um die Bäume flitzen und Haken schlagen, nur um flugs wieder zum bekuscheln bei seinem FanClub im Wald zu verschwinden.

                                                                     
                                   Morris ist immer dabei: acht Tage altes Stutfohlen von Benicio x Danone - das sehenswerte Album der zauberhaften Debutantin auf Facebook

Mein Fokus lag zunächst auf Stutenfee Ingrid und der kleinen Benicio, unserem "Neuling" im Geschehen. Und nicht nur mein Fokus. Auch Morris fand sichtbar Gefallen an dem neuen Spielgefährten und noch mehr an der rossigen Stute! Ich war etwas fassungslos ob des Hormonrausches, der Morris umtrieb und rechnete kurz nach, wie alt der kleine Hengst eigentlich war: ganze zwei Monate! Früh übt sich ...

                                              

Kris hatten wir darauf eingeschworen, gut auf Morris aufzupassen, damit er der rossigen Stute nicht zu nahe kam (man konnte ja nie wissen ...) und idealerweise auch das junge Fohlen nicht gleich gänzlich mit wüstem Beschlag belegte. Morris war ganz und gar entzückt ob all dieser Aufmerksamkeit und fand zügig seinen neuen besten Freund in Kris! Der rief verzückt: "Der hat einen Narren gefressen an meiner Jacke! Da knabbert er immer dran rum!" Ich rief lachend von hinter der Kamera zurück: "Das liegt daran, dass da zwei Ärmel drinstecken, die ihn ständig bekrabbeln ...." Wir hatten unseren Spass!

                                               

Eine angemessene Choreographie für Morris und die kleine Diva zu arrangieren, war jedoch nicht so einfach. Engagiert marschierte Philip mit Carly sogar einmal bis zum Flussufer am anderen Ende des Brachlands davon. Man sollte meinen, das Fohlen käme mal mit Verve hinterher gebraust?
"Philip, kurz vor Emsdetten kannst du wieder umdrehen - die Kleine bummelt lieber durch den Wald ..." Wie gesagt: wir hatten unseren Spass!
Und auch die Mutterstuten hatten offensichtlich ihre Freude an unserem Unternehmen - die Fohlen waren gut beschäftigt, die Mütter genossen entspanntes Grasen im satten Grün, das es sonst um diese Jahreszeit noch nirgendwo gibt.

Die fröhlich entspannte Stimmung hatte Stuten, Fohlen und Zweibeiner in ihren Bann gezogen.

Als Stutenfee Ingrid sich nach fast zwei Stunden als erste auf den Rückweg machte, blieb sie mit Stute und Fohlen nicht lang allein. Als Morris seinen vierbeinigen Schwarm bereits jenseits des Feldes ausser Sicht spazieren sah, machte er sich entschlossen auf den Weg:
Querfeldein im engagierten Trabe dauerte es nicht lange, und Stutenfee Ingrid spazierte mit zwei Fohlen und Stute an der Hand am Horizont daher ...
Wir rieben uns verblüfft die Augen. Das war mal eine echte Demonstration halbstarker Unabhängigkeit eines zwei Monate alten Hengstfohlens!

                                                
                                                                                                                                                                               "Ich bin dann mal weg!..."


Lachend machten wir uns nun nacheinander auf den Rückweg und ich war erleichtert, dass Fannie so ruhig neben Marie daherspazierte. Am Hof angekommen sortierten die fleissigen Helfer Morris wieder passig zu Fannie in den Stall und es dauerte nicht lange, da lagen drei zufriedene Fohlen im Tiefschlaf im Stroh. So schön!

                                                

Morris mag ein halbstarker Draufgänger sein, Carlys Tochter hat ihn gut im Griff. Wahlweise platziert sie gezielte Denkzettel mit den flinken Hinterhufen oder macht sich geschmeidig beizeiten aus dem Staub. Beide Fohlen sind gleichermassen selbständig wie selbstbewusst unterwegs.


24.5.2021

FoalEventing zu Pfingsten - Morris und Diva in Bestform!

Lukas und Philip hatten ihren Besuch angesagt und keiner freute sich so sehr über die willkommene Abwechslung wie Morris! Mit seinen fast fünf Monaten hat Morris nichts Fohlenhaftes mehr an sich, ein echter Halbstarker in Reck und Wuchs, und doch hat man den Eindruck, er freut sich wie ein kleines Kind wenn die bekannten Stimmen vor der Stalltür ertönen und er weiss: es geht ins Gelände und in den Wald!   

                                                 

Das Getreide steht mittlerweile recht hoch und ein Sturzflug von der Hofzufahrt durchs Feld, wie Morris es sonst gern zu tun pflegte, kam nicht mehr in Frage. Morris musste sich gedulden bis zum Waldweg, dort konnte ihn dann allerdings nichts und niemand mehr aufhalten! Die helle Freude!


            


In Carlys Tochter Diva hat Morris die perfekt Sparringspartnerin. Wieselflink, selbstbewusst und wenn es sein muss auch schlagfest, setzt die zauberhafte Diva Morris regelmässig Hörner auf! Sie mag ein Stück kleiner sein als er, sie ist aber auch deutlich wendiger und ebenso selbstsicher im Wald unterwegs, wie Morris. Und da fragt man sich wieder:  was fasziniert die Fohlen so an dem Wald?

Pferde sind Steppentiere und bevorzugen überschaubares Gelände. Der Wald ist weder überschaubar, noch eben. Die beiden könnten durch das weite Grasland toben oder über das trockene Brachland. Sie tun es nicht. Die Jagd - allein oder zu zweit - führt stets in atemberaubendem Tempo um die Bäume, über Stock und Stein - im wahrsten Sinne des Wortes. Man kann nur staunen wie Diva und Morris hippologische Evolution und Theorien adabsurdum führen und sich selber mit ihnen begeistern an so viel vierbeiniger Lebensfreude! 


                                              



                                              



                                              



                                              



                                              



                                              





                                              
 









                                                 

 

 
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