Otik Counter

                                                                                                    Vaderland - warum?

                                                                             
                                                                                                      Foto: Hengststation Beckmann - mit freundlicher Genehmigung

                                                                                   Vaderland von Vitalis x Krack C x Contango

 
Als ich mich im Herbst 2018 für die Hengststation Beckmann an das Feature zu Vaderland machte, wurde ich mir der springbetonten Genetik des schwuppsigen Braunen erstmals so richtig bewusst. Ich war beeindruckt! Plötzlich war offensichtlich, wieso „dieser“ Vitalis so völlig anders daherkam und ich beschloss spontan:

Dieses Hengstfeature gehört von hinten aufgerollt und die wertvolle Springgenetik in den Vordergrund gerückt!
Der Grund, weshalb der Katalogtext zu Vaderland mit Contango und Ahorn beginnt.

Genau so war es mir mit dem Hengst selber ergangen, als ich ihn anlässlich Vorauswahl und Körung.erstmals in Münster Handorf gesehen hatte: was für ein ungewöhnlicher Vitalis! Tatsächlich hatte ich ihn zunächst gar nicht als einen Vitalis wahrgenommen, was durchaus für ihn sprach:

„… ein angenehm „anderes“ Exemplar seiner Gattung, weil völlig anders aufgemacht als man es sonst von V und Krack C kennt: geradezu kompakt und substantiell schon jetzt und gefällig tief geröhrt bei grundsolidem starken Fundament und Rücken! Völlig anders, als man das sonst von dieser Sorte kennt und das könnte ihm helfen, später auch mal reell zu tragen …“, so lautete mein erster Eindruck zu diesem Junghengst. Contango und Ahorn.

Dazu ein Blutanteil von knapp 43 Prozent laut Horsetelex, der den Hengst genetisch wertvoll auszeichnet. Diesen hohen Blutanteil verdankt er im wesentlichen seiner Mutter, die die Inzuchtkomponente auf den hoch im Blut stehenden Krack C (53%) bedient und in vierter Generation über den Muttervater Contango den Vollblüter Kronprinz xx führt.

Ausgezeichnet als Prämienhengst und Reservesieger wurde Vaderland auf dem Hengstmarkt zur Auktion aufgeboten. Bei 370.000 Euro fiel der Hammer für den imposanten Braunen, dem Vernehmen nach vom Aussteller zurückgekauft, wie es einige Tage später hiess. Ein beeindruckendes Statement starken Glaubens an den eigenen Hengst von jemandem, der es wissen muss. Eugene Reesink.


Der Vater

Eugene Reesink war es auch, dem Westfalen Vitalis verdankt. Vaderlands Vater Vitalis war seinerzeit an selber Stelle ebenso zum Reservesieger gekürt und vom selben Aussteller nachfolgend der Körung an das Landgestüt Warendorf verpachtet worden. Die Gemüter erregten sich damals am TÜV des Hengstes, das Schlagwort von der Zyste machte die Runde. Die Wogen schwappten offensichtlich bis Warendorf, so dass das Landgestüt sich gezwungen sah, in seinem Newsletter folgendes Statement zu veröffentlichen:

VITALIS röntgenologisch für KWPN zugelassen
Der Reservesieger der NRW-Hauptkörung 2009 VITALIS v. Vivaldi –D. Day wurde offiziell röntgenologisch für KWPN zugelassen.
VITALIS, aus dem Besitz der Reesink Pferde GmbH und Willeke Bos aus den Niederlanden, war bereits 2007 Siegerfohlen des Holländischen Fohlenchampionats. Er ist der erste gekörte Sohn aus dem Debütantenjahrgang des begehrten Vivaldi.


Ein ausgesprochen unglückliches Statement, das mehr Fragen aufwarf als beantwortete.
Insbesondere, als das KWPN den Hengst selbst unter dem Sattel von Hans Peter Minderhout mit einem dezidierten Hinweis auf sein schwaches Hinterbein ablehnte:

„The KWPN society explained to Eurodressage that "Vitalis is a nice dressage horse in our opinion. The standards we demand for a breeding stallion exceed the quality of movement of a horse. In the second phase pedigree plays an important part. Many sons by Vivaldi have been offered to the stallion licensing process and it is expected that many will follow. Vitalis' blood line is, therefore, not unique. In that case the performance of the stallion - if exceptional - can stimulate a positive verdict. Vitalis produced a good result in several stallion competition shows, but it is our opinion that especially in trot the power of the hindleg is focal point and the stallion has the tendency to go wide behind in the trot extension. Therefore we concluded that Vitalis is a nice dressage horse, which does not excel enough with his pedigree and strength of the hind leg in order to continue to the third phase of the KWPN (licensing process)." eurodressage.com

Drei Jahre deckte Vitalis in Westfalen und produzierte Kassenschlager am laufenden Band. Er bewährte sich als Fohlenmacher, beeindruckte mit Schaupferden und lieferte Preisspitzen mit den ersten dreijährigen Sattelpferden. In Handorf dürfte man bittere Tränen geweint haben als nach der Decksaison 2012 bekannt wurde, dass der Hengst an Charlotte Jost in die USA verkauft worden war. Eugene Reesink hat alles richtig gemacht.

Die sportliche Karriere des Vitalis in den USA gestaltete sich überschaubar. Bis einmal mehr der Mann aus Mühlen auf den Plan trat und den Hengst zurück nach Deutschland holte. Mühlen ist das Hollywood der deutschen Pferdezucht und Vitalis sollte der Blockbuster des Jahres 2016 werden. So war es. Perfekt gemanagt trat Vitalis unter dem Sattel von Isabel Freese im Juli 2016 seinen Siegeszug ausgerechnet in St.Georg Münster an. Ich war beeindruckt!
Ebenso schnell, wie er erschienen war, verabschiedete er sich noch im Dezember des selben Jahres mit einem Paukenschlag und dem ebenso verdienten wie aufsehenerregenden Sieg des Nürnberger Burgpokals in der Frankfurter Festhalle von der Bühne. Hollywood pur.

Mit einer Decktaxe von 2.000 Euro dürfte der rote Hengst nun nachhaltig mehr Taler in die Mühlener Kasse spülen, als der mit allen Grand Prix-Ehren ausgestattete schwarze Totilas das je vermocht hat. Auch Paul Schockemöhle hat alles richtig gemacht.


Der Grossvater

Wie der Vater, so der Sohn.
„ ‚S‘ gewonnen!“, und gelungener hätte man es nicht inszenieren können.
Grand Prix-Reife blieb Vater und Sohn jedoch erspart. Unter dem Sattel von Hans Peter Minderhoud endete 2012 auch die sportliche Karriere des Vivaldi auf St.Georg-Niveau. Nachdem der Hengst die niederländische Dressurpferdezucht in sechs Deckjahren vor Ort um etwa 1500 Nachkommen bereichert haben muss, wirkte er von nun an aus Mühlen und „konsolidierte“ die Hinterbeineigenschaften der deutschen Dressurpferdezucht im Sinne des KWPN: „… especially in trot the power of the hindleg is focal point“

Anders als die deutschen Zuchtverbände übt man sich in den Niederlanden in Transparenz. So veröffentlichte das KWPN im Frühjahr eine Statistik "Spitzensportproduzenten in Relation zu den Bedeckungen". Gelistet wurden die Hengste mit den meisten Kleine Tour- und Grand Prix-Nachkommen. Erwartungsgemäss eine Liste von Vieldeckern, angeführt durch Jazz:

Jazz - 299
Gribaldi - 184
Johnson - 112
Krack C - 91
Vivaldi - 82 (darunter 9 Grand Prix-Pferde)


Anders als die deutschen Zuchtverbände hat man in den Niederlanden verstanden, dass Erfolgszahlen nur im Verhältnis zur Anzahl der Bedeckungen sinnvolle Schlüsse zulassen. In Relation zu Bedeckungen rutscht Vivaldi mit einer 7-Prozent Quote auf Platz elf, angeführt wird die Statistik dann von einem Hengst, der die Halle in Vechta noch nie auf den Kopf gestellt hat:
Rubel - 10,3% (mit 11 von nur 107 Nachkommen)
Jazz - 9,5%

Vivaldi - 7,0%

Doch Ehre wem Ehre gebührt:

Mit 18 Jahren waren Vivaldi und Johnson die jüngsten Väter des o.g. Erfolges, es mögen also noch einige jüngere Nachkommen S- oder GP-Reife erlangen.
Der aktuell 13-jährige Vitalis verfügt zum 30.9.2019 lt. FN Jahrbuch über 22 S-erfolgreiche Nachkommen aus den Jahrgängen 2012 (5) und 2011 (17). Diese rekrutieren sich aus 206 (2011) und 183 (2012) registrierten Fohlen. Allein mit der S-Quote seiner ersten Achtjährigen (17/206) von über acht Prozent stellt er seinen Vater Vivaldi bereits in den Schatten.

Wer hätte das gedacht?

Bis hieraus die ersten Grand Prix-Pferde hervorgehen, wird es noch ein bis zwei Jahre dauern. Mit Villeneuve (Mv Fürst Piccolo)/Dorothee Schneider, Voltaire (Mv Arpeggio)/Sabrina Geßmann, Vinay (Mv Warkant)/Ellen Richter und Vayron (Mv Gloster x Ramiro)/Helen Langehanenberg dürften die ersten GP-Kandidaten heranreifen. Anmerkung am Rande:
Ganz wie bei Vaderland wirkt auch hier zur Hälfte Spinggenetik auf der Mutterseite…

Zu den populärsten Nachkommen des Vitalis gehören Victoria‘s Secret (Ende der Sportkarriere fünfjährig nach der WM Junge Dressurpferde), Veneno HC (Bea Buchwald bis 09/2019, seither Rosalind Oatley) und Valverde (Multichampion 3- bis 6-jährig).


Der Muttervater

Die populäre Kombination von Krack C an Jazz (hier: Vitalis) kann man mögen oder nicht - dieser Aspekt hat mich bereits vor sechs Jahren bei der Anpaarung von Deauville an Zhivago beschäftigt:

„Blieb die Frage nach der individuellen Abstammung, insbesondere die heikle Kombination von Krack C x Jazz.“ Damals stand in erster Linie der unnatürlich aufwändige Bewegungsablauf vorn und hinten raus und dessen negative Korrelation zum Schritt als oft fehlende dritte Grundgangart, nebst ebenso damit einhergehenden Abstrichen beim Nerv im Fokus.

Doch geht der berechtigte Einfluss des hoch im Blut stehenden Krack C (53%) weit über populäre Vorderbeinmechanik hinaus. Der Hengst war zweimaliger Sieger des PAVO-Cup 1996 und 1997 und hat das niederländische Selektionssystem unbeschadet überlebt. Im „echten Leben“ brachte er es dann bis in den niederländischen Championatskader und war unter dem Sattel von Anky van Grunsven bestes Pferd (11.) des Nationenpreisteams der Niederlande bei der WM in Jerez 2002.

Zweifelsohne verfügt der Hengst über herausragende Eigenleistung und berechtigten Einfluss in der KWPN Zucht. Sein Stellenwert als Multiplikator und Sportpferdemacher über die Mutterseite geht m.e.über seinen direkten Manneseinfluss mit Vivaldi, Zhivago, Trento B, Tuschinski und United hinaus. Tatsächlich führt die o.g. Statistik der KWPN Spitzensportproduzenten den Hengst mit 68 seiner Töchter an vierter Stelle der erfolgreichsten Mutterväter von S- und GP-Pferden. Eine um Deckzahlen bereinigte Quote liegt in diesem Fall nicht vor. Horse Telex verzeichnet 1.280 Nachkommen des Krack C (zum Vergleich: Jazz 2.819, Vivaldi 1.156), gut 1.800 Nachkommen dürfte er dann wohl gezeugt haben. Belegbare Informationen hierzu erhält man einmal mehr bei Chris Hector im Horse Magazine. So verzeichnete allein das KWPN in seinen Zuchtwerten 2016/2017 bereits über 1500 vierjährige und ältere Nachkommen des Krack C.

Krack C ist ein direkter Sohn des holsteiner Linienbegründers Flemmingh (Lacapo x Carneval x Lorenz) und ein Produkt reinster holsteiner Springabstammung  (mütterlich führt er Farn und nochmal Lorenz). Chris Hector: So there is nothing on Krack C’s dam line that says ‘Dressage’ – except the way he moves…
Neben Uppercut xx führt Krack C mit Lucky Boy xx einen der wertvollsten Vollblüter der europäischen Springpferdezucht noch in dritter Generation im Pedigree.

Zeitgleich zu Jazz (geboren 1991) hat Flemmingh (geboren 1987) die KWPN Zucht mit seinem Vorderbein revolutioniert, lange bevor in Deutschland Sandro Hit populär wurde. Noch einmal Chris Hector: I remember seeing Krack C in a Young Horse display at the 1997 World Cup final in s’Hertogenbosch, and I’d never seen such a spectacular trot before, ever… indeed I was told at the show, that some of the Dutch breeders when they saw the colt at the licensing believed that artificial means must have been used to produce such huge extensions. Das Vorderbein hatte Einzug in die Dressurpferdezucht gehalten.

Aus gesundheitlichen Gründen wurde Krack C 2008 aus dem Sport verabschiedet. Er starb 2017 friedlich in seinem Paddock und wurde 25 Jahre alt. Nicht ohne Grund habe ich selbst in seinem fortgeschrittenen Alter noch einen spontanen Kniefall vor diesem Pferd getan:

Während Zhivago gesattelt wurde streifte ich durch den Stall und blieb an einem schlichten braunen Hengst hängen, der eine geradezu magische Anziehungskraft auf mich ausübte. An diesem Pferd kam ich einfach nicht vorbei und man gestattete mir gern, in die Box zu gehen. Ich stand vor einem Hengst der seinesgleichen sucht in Nobless und Proportionen, Körperharmonie, Plastik, Präsenz und Sportlichkeit. Was für ein hochnobles Pferd!
Und man freute sich sichtlich ob meiner Begeisterung und Ahnungslosigkeit.
Ob ich denn wirklich nicht wüsste wer das sei?
Ich hatte nicht die leisteste Ahnung.
„Das ist Krack C!“, war die stolze Antwort und ich tat einen Kniefall.
Was für ein Pferd!
Ich hatte diesen Hengst nie bewusst unter Anky van Grunsven wahrgenommen und schon gar nicht hatte ich ihn jemals frei von Leder life gesehen. Und mir war klar wieso dieser Hengst einen derart grossen Einfluss auf die Pferdezucht in unserem Nachbarland nehmen konnte – er verkörpert die Perfektion eines zeitlos modernen Standbildes schlechthin…
„Das ist der Vater von Zhivago!“, fügte die Stallmanagerin grinsend hinzu und versetzte mir dadurch noch einen ganz wesentlichen mentalen Schubs:
die direkte Verbindung von diesem Traumpferd zu Zhivago hatte ich bis dahin überhaupt noch gar nicht realisiert und ich war geradezu begeistert, hier vom Vater des in Frage stehenden Sohnes einen derart prägnanten Eindruck gewonnen zu haben!


Heute also steht dieses "Traumpferd" als Muttervater im Pedigree des Vaderland und taucht darüberhinaus als Grossvater des Vitalis ein weiteres mal in der väterlichen Linie des Vaderland auf. Eine willkommene Inzuchtkomponente, die ich heute sehr begrüsse.


Die Springgenetik

Vaderland steht auf einem statiösen Fundament mit starkem Rücken und überzeugt funktional durch ein tiefes Röhrbein im Ablauf. Rar gewordene Eigenschaften, die einem Dressurpferd im gehobenen Sport entgegenkommen und den Hengst von den typischen Vertretern dieses Blutes gefällig unterscheidet. Den dritten und vierten Vater Contango und Ahorn findet man optisch ebenso wieder wie die Silouhette des Krack C.

Der Oldenburger Contango in dritter Generation des Vaderland hinterliess aus nur drei Jahren Zuchteinsatz in den Niederlanden ein sagenhaftes Erbe. Mit 24 Grand Prix Pferden aus 630 KWPN registrierten Nachkommen ist er noch immer der erfolgreichste Dressurvererber des KWPN hinter Jazz. Sein in Deutschland wohl bekanntester Sohn ist Steffen Peters' Olympiapferd Ravel. Contango war ein Sohn des Contender, sinnreich angepaart mit einer Tochter des Vollblüters Kronprinz xx. Schon sein überragendes HLP-Ergebnis als Sieger im Spring- und Dressurindex zeichnete ihn als potentiellen Doppelvererber aus, genau so verlief auch seine eigene Laufbahn. Aus dem erfolgreichen Springpferd wurde ein ebenso erfolgreiches Dressurpferd. Von 1996 an verzeichnet er in den USA unter Mary Malone 33 Grand Prix Siege und wurde zu einem der erfolgreichsten Vererber jenseits des Atlantiks. In Europa verschafft Contango auf der Mutterseite noch heute bedeutenden Mehrwert in jedem Pedigree.

Urgrossvater Ahorn (Olympic Ahorn) ist neben Heartbreaker wohl der bedeutendste Sohn des Nimmerdor. Gezogen aus einer Tochter des Ladykiller xx war er selber im grossen Sport unterwegs und hat mit 40 internationalen 1,60-Springpferden schon früh dazu beigetragen, das Lable “VDL“ gross zu machen. Zu den bekanntesten Nachkommen des Ahorn gehört Jos Lansink's High Valley Z, zweimaliger Sieger des TNT Sires of the World, und noch im letzten Jahr war Scott Brash mit der inzwischen 17-jährigen Ursula XII erfolgreich in 5-Sterne Kursen unterwegs.


Eigenleistung/Vererbung

Im April 2019 absolvierte Vaderland den 14-Tage Test in Adelheidsdorf mit dem zweitbesten Dressurergebnis und der dressurbetonten Endnote 8,74 (7,83 Gesamtnote). Im März 2020 folgte die Sportprüfung in Verden, die er mit 8,48 beschloss. Sehr viel wichtiger aber waren meine persönlichen Satteleindrücke, und hier ganz besonders der Schritt. Ganz und gar erfreut war ich dann, als der Hengst sich in diesem Sommer auch im „echten Leben“ der sportlichen Bewährungsprobe stellte und auf dem Oldenburger Landeschampionat in Vechta antrat. Hier wurde er mit 8,6 realistisch Dritter hinter dem hoch favorisierten Fynch Hatton und dem Oldenburger Siegerhengst Global Player. Die künftige sportliche Entwicklung dieses Hengstes verfolge ich gern und ganz sicher mit Argusaugen!

Nachfolgend der Episode um die Aberkennung des Körtitels wegen positiver Medikationskontrolle zum Zeitpunkt der Körung und die zügige erneute Körung im „nüchternen“ Zustand einige Wochen später (nichts davon sagt etwas aus über die Qualität des Hengstes) erfreute Vaderland sich vom Fleck weg voller Decklisten.

Im Corona-Jahr 2020, als alle Welt plötzlich zweifelte, ob man überhaupt noch decken lassen solle, passierten dann zwei Dinge gleichzeitig:
Entgegen aller erster Befürchtungen nahmen die Bedeckungen in diesem Frühjahr nicht ab, sondern stiegen ganz im Gegenteil coronabedingt erheblich an. Hiervon profitierte einmal mehr Vaderland als gefragter Deckhengst mit dreistelligen Deckzahlen. Zeitgleich brillierte Vaderland mit seinem ersten bereits üppigen Fohlenjahrgang, der auf grosse Nachfrage stiess. "Wir haben mehr Anfragen als Fohlen!", hiess es selbst aus Wettringen. 
Bereits im Mai stellte er auf der Westfälischen Online Auktion mit 22.500 und 16.500 zwei der drei teuersten Fohlen. 24.000 Euro kostete in diesem Frühjahr auch die Vollschwester des Vaderland und wird in Wettringen gross.   

Wenn auch Fohlen noch wenig über die spätere Eignung als Sport- und Sattelpferde hergeben, so hat Vaderland sich mit seinem ersten Jahrgang bereits als begehrter Fohlenmacher bewiesen. In Anpaarung an das "Kätzchen" Ladybird, die sich in diesem Sommer beim anreiten nicht nur als beeindruckend rittig, sondern darüberhinaus auch als echte Taktmaschine unter dem Sattel empfohlen hat, erhoffe ich mir den Erhalt des gut abfussenden, funktionalen Hinterbeines - ein realistischer Anspruch, dem bereits beide Eltern gerecht werden. Gern darf der Hengst den etwas knappen Rahmen des Kätzchens aufpeppen. Hier rede ich ausdrücklich nicht von Grösse sondern von Riss und Linien - Profilmarkanz im Seitenbild. Eben genau das, was mich seinerzeit an Krack C in seinem Stall so beeindruckt hat. Der doppelte Krack in Vaderland lässt eine solche Prägung durchaus vermuten. Ganz sicher aufpeppen wird Vaderland den Blutanteil in diesem Fohlen, der bei 36% liegen wird. Die Galoppade hat Ladybird von ihren Müttern Bunny und Fabrice geerbt. Sollte "Vadi" sich hier durchsetzen, nehm ich das gern dazu. "Das Kätzchen" ist seit dem 5. Juni tragend von Vaderland, die Vorfreude auf dieses Fohlen im Mai ist jetzt schon riesengross!


 
zurück