warum Rohdiamant?

                                                                                       

                                                                                   Rohdiamant von Rubinstein x Inschallah


Neben Brentano II und Quattro dürfte Rohdiamant wohl der Hengst sein der das Prädikat "bewährter Vererber" mehr als alle anderen auf dieser Seite verdient. Und es hat lange genug gedauert bis mir hier wirklich mal ein "Licht aufgegangen" ist so dass ich diesen charmanten Strahlemann endlich mit dem nötigen Respekt betrachte der ihm gebürt.  
Wieder sind es erst Umwege gewesen die mich bewogen haben meine Fannie in diesem Jahr mit Rohdiamant anzupaaren - als der Entschluss dann reifte war es Bauchgefühl pur (Intuition eben) das mich mehr als alles andere überzeugt hat dass dies die richtige Entscheidung ist. Und ganz nebenbei ist es die einzige Anpaarung meiner Stuten im Jahr 2008 auf die ich tatsächlich von ganz allein gekommen bin - aber das nur fürs Protkoll... 

Grossvater Rosenkavalier war nie ein Hengst der mich zu Begeisterungsstürmen hinriss und es hat lange gedauert bis ich bereit war einzugestehen dass der in Westfalen anlässlich seiner Körung seinerzeit verschmähte Rubinstein, der selber erst nach Oldenburg ziehen musste um dann von dort die Welt zu verändern und zum Stempelhengst seiner Zeit wurde, dass dieser Rubinstein eben über Reitpferdequalitäten verfügt die ihresgleichen suchen. 
Rückblickend macht es ich schmunzeln, bin ich doch selber mit meinen beiden Fidermarks den Weg von Westfalen nach Oldenburg gegangen und es war ein guter Weg bisher - Nomen est Omen also für die Verbindung von Fannie mit Rohdiamant - ?

Bleibt die Frage was einen Rubinstein eigentlich ausmacht und mit ihm die Vererbungsqualität vieler seiner Söhne.
Ganz sicher ist da der Vollblüter Angelo xx als Muttervater des Rubinstein an allererster Stelle zu nennen:
In Verbindung mit dem prestigeträchtigen Mutterstamm aus dem Hause de Bay ist es das in Westfalen im Verschwinden begriffene Blut des Angelo xx das den Schlüssel zum erfolgreichen Erbe des Rubinstein liefert.
Mutter Antine von Angelo xx  ist rechte Schwester zu den legendären olympischen Dressurpferden Ahlerich und Ammon und ausserdem Mutter der Adone, die wiederum in Anpaarung mit Romadour II den ebenfalls legendären Olympiasieger Rembrandt brachte.
So dürften es wohl eher die leistungsorientierten und bewährten Gene des Romadour II sein (u.a. Vater des Weltmeisters Roman unter Gerd Wildfang) der als Grossvater über Rosenkavalier verantwortlich zeichnet für das Rubinsteinsche Erbe.

Auf das begehrte Vollblut des Angelo xx trifft in Rohdiamant mit dem Angloaraber Inschallah weiteres Edelbut das in Verbindung mit dem ohenhin "edel" geprägten oldenburger Stutenstamm der Elektia den nachhaltigen Schmelz bringt der diese Pferde auch in weiteren Generationen immer wieder auszeichnet.
Inschallah selber ist als Stutenmacher in die oldenburger Zucht eingegangen, wenn es auch hinreichend gekörter Söhne gab - dennoch teilt er das Schicksal vieler seiner bewährten Hengstkollegen:
der nachhaltige Lordsiegelbewahrer über den Mannesstamm ist ihm versagt geblieben.  
Trotzdem erkennt man das Erbe des Inschallah gern und offensichtlich in den Kindern des Rohdiamanten - diejenigen nämlich die nicht notwendigerweise mit dem abgedrehtesten Exterieur daherkommen und oft eine recht auffällige Kruppenpartie mit sich bringen, das sind die Inschallahs unter den Rohdiamanten.
So waren es erst diesen Winter anlässlich des Turniers in der Halle Münsterland gerade diese Kinder des Rohdiamanten die im Grand Prix brillierten:
allen voran eine Responsible unter Helen Langehanenberg, Rosselini (Isabell Wendorff) oder Ray of Light (Theresa Wahler) - allesamt bereits in jungen Jahren im grossen Viereck zu Hause und bestechend durch Leistungsbereitschaft und Rittigkeit - diese Pferde kann man fordern wenn es darauf ankommt und das entschädigt immer für das letzte bisschen Bewegungsqualität die ihnen manch ein Schaustrampler sicherlich voraus hat.
Ich sass in Münster am Viereck und sah all die Rohdiamanten an der Schnur gezogen und dachte bei mir:
"die tun's einfach...!"
N
icht mehr und nicht weniger.
Und doch hat es Jahre gedauert bis mir dieses grossartige Selbstverständnis in den Kindern des Rohdiamanten als etwas Wertvolles beachtenswert schien.

Royal Rubina, die Vollschwester zu Rohdiamant und Royal Diamond, ist auch Mutter des in Warendorf stationierten Jazz Rubin von Jazzmann.
Neben zahlreichen Sportpferden brachte der Stamm der Elektia weitere gekörte Hengste wie Manitoba von Manstein (Mv Zeus x Furioso II), Mozart
von More Magic xx (Mv  Chronist x Ludo), Don Angelo von Don Larino (Mv Rubinstein x Insider) oder Cres Cando von Corlando (Mv WeltAs x Inschallah).

Unter den Söhnen des Rohdiamanten gab es immer wieder den ein oder anderen der auch mich in der Vergangenheit nicht losgelassen hat:
Michael Farwick beispielsweise gab ein grandioses Bild ab mit einem herrlichen braunen Strahlemann ganz im Typ des Rohdiamanten stehen, Reve
d'Amour Mv von Bolero - wann immer Michael mit diesem unglaublich schönen und ausdruckstarken Hengst in der Bahn war konnte ich mich einfach nicht
daran sattsehen und der fairnesshalber muss man dazu sagen:
vom guten alten Boleroblut war diesem Hingucker wahrlich nichts anzusehen...
Inzwischen ist der charmante Braune erfolgreich unter seiner Besitzerin Vicky Max Theurer im grossen Sport unterwegs.

Dann gab es seinen Sohn Real Diamond (Mv Weltmeyer Hill Hawk, ebenfalls Mutter zu Brenner v. Brentano II, gekört in Westfalen 2007) der mir als
3jähriger durch seine spektakuläre Galoppade (in einer Reihe zu nennen mit so Galoppierwundern wie Florencio, Fürst Grandios oder Quaterback und
Quattro) über alle Massen auffiel. Leider ist diesem Hengst der sich auch durch den unverwechselbaren Schmelz des Rohdiamenten auszeichnet bis heute
mangels Nutzung der züchterische Durchbruch verwehrt geblieben.
Bewegungskünstler wie den spektakulären Rubin Royal zähle ich eher zu den Ausnahmen. Und doch ist es der bewährte Mutterstamm des Rubin Royal und mit
ihm seine wohl inzwischen fünf gekörten Vollbrüder aus dem Hause Harli Seifert (dank derer Rohdiamant neben Weltmeyer wohl der einzige Hengst überhaupt sein dürfte der es unter seinen Söhnen gleich auf ein halbes Dutzend gekörter Vollbrüder gebracht hat) der wiederum interessante Vergleichbarkeiten und Inzuchtkomponeneten zwischen Vater und Sohn aufweist:
hinter dem Vollblüter Vollkorn steht mit Chronos dichte Inzucht auf den Angloaraber Condor der seinerzeit segensreich in Oldenburg gewirkt hat.
Der selbe Condor findet sich über den dritten Vater Chronist auch im Mutterstamm des Rohdiamanten. Diese Anhäufung von Edelblut im Mutterstamm
zeichnet die Kinder und Enkel des Rohdiamanten in ihrer Typschönheit noch heute aus.

Macht also in der Tat eine ganze Anzahl persönlicher Eindrücke die ich selber in der Vergangenheit von Rohdiamant und insbesondere dessen
Vererbungskraft gesammelt habe. Nur dass es sich erst kürzlich alles zu einem stimmingen Bild für mich zusammengefügt hat....
Wie bin ich also dazu gekommen Rohdiamant ausgerechnet mit meinem bunten Vogel Fannie Mae anpaaren zu wollen?

Vechta Hengstvorauswahl und Körung im Herbst zweitausendundsieben:
Ich hab die Kataloge in der Hand und erstarre ob der annähernd dreissigprozentigen Übermacht des S-Blutes - ich bin geradezu erschrocken.
Ein Blick in die Abstammung der Mutterväter und ich bin ein Stück weit erleichtert:
hier herrscht nach wie vor altbewährtes, reichlich D und R und mitnichten die nötige Linienvielfalt in der Breite, aber bewährtes eben.
Rittigkeit, die sich langfristig durchsetzt, nicht so sehr die Schaueffekte.
Und ich merke wie es in mir anfängt zu arbeiten...
reichlich S-Blut in Anpaarung an das R -ich war extra angereist um mir den ersten Jahrgang des Sir Donnerhall anzusehen, gut dreissig an der Zahl und
ein wertvoller Indikator für die spätere Entwicklung meines Sansibars- und mit jedem dieser Strahlemänner die ich sah -die aus Rohdiamantmüttern oft
noch einen Ticken schöner- wuchs in mir die Erkenntnis:
die ultimative Antwort auf die schön-schwarze Modepaarung S x R habe ich höchstselbst zu Hause stehen - die Idee Fannie an Rohdiamant anzupaaren
drängte sich plötzlich auf angesichts dieser überaus homogenen aktionsstarken schwarzbefrackten Hengste die in der Masse genau das fehlen liessen was mir so vorschwebte:
ein fuchsbunter Lichtblick von Schubkraft an das bewährte edle R - meine Fannie eben...
In meiner Gedankenwelt ist Fannie inzwischen zu so einer Art Weltmeyer-Synonym geworden:
bunter Fuchs, das Gegenteil von hochbeinig und modern (kein Makel in meinen Augen, im Gegenteil...) und ein unerschütterlicher Motor dazu... Fidermark
eben.
Und wo bringt uns Rohdiamant an Weltmeyer gedanklich hin? Real Diamond...
Mein Fantasie ging mit mir durch und ich hab tatsächlich den ganzen Weg von Vechta bis Münster gebraucht mit dem eigenen Erstaunen über diese Eingebung
fertig zu werden aber je mehr ich drüber nachgedacht habe desto mehr "sass" es.

Und so kam es dann dass ich kurz darauf im Januar erstmal jauchte vor Vergnügen beim grossen Turnier in der Halle Münsterland ob all der Rohdiamanten im grossen 4eck und es war klar:
es hatte mich erwischt.
... und das muss ich jetzt erstmal ausleben.
... und dann gäbs tatsächlich Angelo und Inschallah bei mir im Papier - das wär eine Freude!
... und auch hier gilt der Ausspruch unsers Stallmeisters Tony im Hinblick auf den "doppelten Ramzes" den es bei der Anpaarung von Fannie an Rohdiamant ebenso geben wird:
"Ramzes!
du musst auf Ramzes inziehen!
den kann man gar nicht oft genug im Pedigree haben!"

Und so freue ich mich wie ein kleines Kind über diese grossartige Idee von Fannie an Rohdiamant und kann es kaum erwarten sie von diesem bewährten
Vererber tragend zu wissen...


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